Lebensformen


Do, 25. April 2019 — Sa, 27. April 2019

© Torsten Blume und Christian Lueger

© Torsten Blume und Christian Lueger

Technologien umspannen und durchwirken die Welt von Satellitennetzwerken über häusliche Pflege- und Sorgearbeit, Soundkulturen zu automatisierten Produktionsketten. Technologien bestimmen zunehmend, welche Existenzformen auf der Erde möglich sind. Damit stellen sie etablierte Welt- und Selbstbilder sowie die Wertevorstellungen gesellschaftlichen Zusammenlebens in Frage. Über drei Tage experimentiert Lebensformen in künstlerischen und diskursiven Formaten mit der Gestaltung gegenwärtiger und zukünftiger Lebensformen. Es reflektiert Reibungsmomente zwischen neuen Technologien und gesellschaftlichen Systemen und analysiert, welche Werteverschiebungen sie nach sich ziehen.

Im zum leeren Raum umgebauten Auditorium des HKW ermöglicht Lebensformen eine Verständigung über einen möglichen kollektiven Umgang mit den Herausforderungen einer technologisch geprägten Gegenwart. Die Choreograph*innen Xavier le Roy und Scarlet Yu setzen diesen Reflexionsprozess mit ihrer Arbeit Temporary Title, 2015 in Bewegung: 20 Performer*innen organisieren den Raum durch variierende Gruppierungen und stellen Fragen nach individuellen und gesellschaftlichen Veränderungsprozessen. Im Zusammenspiel mit den Besucher*innen entsteht eine sich ständig verändernde Umgebung. Vor diesem Hintergrund führt die Wissenschaftshistorikerin Sophia Roosth Gespräche mit Vertreter*innen aus Wissenschaft, Kunst und Philosophie über das Bedeutungsspektrum des Begriffs „Lebensformen“. Wie beeinflussen sich Vorstellungen über Leben und Form, wissenschaftliche Methoden und gesellschaftliche Handlungsmuster gegenseitig? Weitere Beiträge aus Wissenschaft, Theorie, Praxis und Kunst befragen die Reibungsmomente zwischen Technologien, Gesellschaftssystemen und Wertevorstellungen: Unter dem Titel How long is an echo? analysiert der Literaturwissenschaftler Louis Chude-Sokei die akustischen und materiellen Spuren der Vergangenheit in gegenwärtigen Soundkulturen. Die Künstlerin Jenna Sutela experimentiert in How do you incorporate meaning? mit außerirdischen, bakteriellen Sprachformen und Spracherkennungssoftware. In Where do we find ourselves? untersucht die Medienaktivistin Maya Indira Ganesh, wie Internetkulturen Identität und Zugehörigkeitsgefühl beeinflussen.

Lebensformen ist die Abschlussveranstaltung des Forschungsprojekts Technosphere, das sich seit 2015 mit dem Dilemma der zunehmenden Verflechtung von menschlicher Kultur, natürlichen Umwelten und globalen Technologien befasst.

Mit Lisa Baraitser, Rosi Braidotti, Luis Campos, Grégoire Chamayou, Maria Chehonadskih, Hu Fang, Yuk Hui, Melody Jue, Luciana Parisi, Sascha Pohflepp, Elizabeth A. Povinelli, Kaushik Sunder Rajan, Bronislaw Szerszynsnki, Kōki Tanaka, Gary Tomlinson, John Tresch u. a.

Konzept: Katrin Klingan, Nick Houde, Janek Müller, Christoph Rosol in Zusammenarbeit Bernard Geoghegan

Im Rahmen von Das Neue Alphabet

Technosphere (2015–19) kooperiert mit der Publikationsplattform continent. im Hinblick auf die experimentelle Veröffentlichung der Projektmaterialien und -ergebnisse.

Kunst, Diskurs, Performance

25.–27.04.2019

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