Do, 25. April 2019

How Do You Know When to Stop?

Lisa Baraitser, Bronislaw Szerszynski

Die Macht der Gewohnheit ist Segen und Fluch zugleich. Stellen Gewohnheiten im sozialen Bereich einerseits ein Bindemittel dar, das Lebensformen aufrechterhält, bieten sie andererseits Raum für zerstörerische Tendenzen, die im Lauf der Zeit zur Norm werden können. Wann münden Gewohnheiten in Momente der Entscheidung? Wann gilt es etwas zu bewahren, zu verändern oder zu beenden?

Angesichts der menschlichen Erfahrung, an die Zeit gebunden zu sein, verweist die Psychosozialtheoretikerin Lisa Baraitser auf die zeitliche Bedingtheit von Depressionszuständen. Welche Schlüsse lassen sich aus solchen Zuständen für die Fähigkeit zu und den Wunsch nach Veränderung ziehen – auf individueller wie gesellschaftlicher Ebene? Der Soziologe Bronislaw Szerszynski geht der Frage nach, wie verschiedene Gesellschaften kulturelle Artefakte dazu nutzen, um Beziehungen zwischen menschlicher Lebenszeit und der übermenschlichen Zeit von Held*innen, Gött*innen und natürlichen Prozessen herzustellen und zu domestizieren.