Sa, 27. April 2019

Who Are We to Ask?

Luciana Parisi, John Tresch

Kosmologien sind Technologien. In ihren Narrativen vermitteln sie ein breiteres Verständnis von Welt, sei es theologischer, wissenschaftlicher oder anderer Art: Sie machen die Welt zugänglich. Wie aber lassen sich angesichts einer Unmenge an kosmologischen Perspektiven jene Erzählungen herausfiltern, die einen produktiven Sinn ergeben? Und wie verändert die algorithmenbasierte Struktur der Vernunft die Bedingungen für ein Verständnis der Welt?

Am Beispiel der Yuanming-Yuan-Gärten in Beijing, die jene von Versailles wiederspiegeln, greift John Tresch Bruno Latours Konzept eines kritisch-teilnehmenden Verhältnisses zur gegenwärtigen Lebenswelt auf. Dabei reflektiert Tresch entgegengesetzte Perspektiven, wie sie in der digitalen Logik – und der gleichzeitigen Unlogik digitaler Technologien – allgegenwärtig sind. Die Kulturwissenschaftlerin Luciana Parisi setzt bei algorithmischen Strukturen als neuen Denkformen an und arbeitet die Unterschiede zu jenen Strukturen heraus, die bisher dem Alleinstellungsmerkmal des Menschen zugrunde lagen. Wie wirkt sich automatisiertes Denken auf das Verständnis von Realität aus?