Sa, 26. Mai 2018

Silvy Chakkalakal: “A Moment There! Don’t Move!” Ästhetik und Geschichtsbewusstsein in der Kulturanthropologie nach Franz Boas

Zwischen 1910 und 1940 war die nordamerikanische Kulturanthropologie und besonders die Ethnologie in der Nachfolge von Franz Boas eng mit den Milieus von Literatur und Musik, Film und Tanz verbunden. Sie arbeitete darüber hinaus mit Forschern aus anderen Wissenschaften zusammen. Diese Verflechtungen zwischen Kunst und Ethnologie waren von einem andauernden Überschreiten der Grenzen zwischen Disziplinen, Genres, Medien, Kulturen und Privatsphären geprägt. Beginnend mit den ersten Zeilen eines Gedichts von Edward Sapir erörtert der Vortrag Zeit und Zeitlichkeit als Motive etwa in der Dichtung von Sapir oder der wissenschaftlichen Arbeit von Boas‘ Schülerinnen Ruth Benedict und Margaret Mead. Der Schwerpunkt liegt dabei auf einem Geschichtsbewusstsein der frühen Kulturanthropologie, das im gedanklichen Zusammenziehen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft deutlicher hervortritt.

Silvy Chakkalakal
Zur Biografie...

Teil der Konferenz Tiefenzeit und Krise, ca. 1930