Sa, 02. Oktober 2021

Trauma, Resilienz und Repräsentation

Inschriften auf Türen und Wänden im Erstaufnahmelager für Geflüchtete in Eisenhüttenstadt | Foto: Sebastian Bolesch, 2013

Inschriften auf Türen und Wänden im Erstaufnahmelager für Geflüchtete in Eisenhüttenstadt | Foto: Sebastian Bolesch, 2013

An die Darstellung historischer Ereignisse oder Erfahrungen wird oft der Anspruch gestellt, sie sollen faktisch-objektiv sein. Erinnerungen gelten oft nur dann als glaubwürdig und werden öffentlich anerkannt, wenn sie sich als lineare Erzählungen präsentieren. Die Geschichten von Flucht und Vertreibung werden einerseits aus unterschiedlichen Gründen – aus Scham, Rücksichtnahme, Schmerz – verschwiegen. Andererseits werden sie nicht abgefragt, weil sie als lästig gelten.

Im Panel fragen die Literaturwissenschaftler Ulrich Baer und Michael Rothberg, der Psychiater Malek Bajbouj, und die Psychologin und Aktivistin Saideh Saadat-Lendle: Wie lassen sich historische Brüche, individuelle oder kollektive Erfahrungen von Gewalt und Trauma darstellen? Wie können Erinnerungen anerkannt werden ohne die Menschen, die sie schildern, zu pathologisieren? Und wie lassen sich auch Momente der Resilienz, des Widerstands oder des Glücks darin finden?

Moderiert von Carolin Emcke