Do, 11. Juli 2019

Echoes of the South Atlantic

Mit Jean-Pierre Bekolo, Isaac Julien, Elvira Dyangani Ose, Felwine Sarr u.v.a.

Echoes of the South Atlantic, Goethe-Institut

Echoes of the South Atlantic, Goethe-Institut

Bis ins 15. Jahrhundert war der Atlantik eine wahrnehmbare Grenze zwischen Afrika und Europa auf der einen Seite und den Amerikas auf der anderen Seite. Der Überwindung dieser Grenze folgte die bekannte Geschichte der „Entdeckungen“: Kolonisierung, Versklavung, Migration – und Wohlstand in Europa. Die Dynamik des Austauschs zwischen den drei Kontinenten mündete in einer kulturellen Verbindung, die alle drei Kontinente fundamental veränderte. Die vom Goethe-Institut organisierte Konferenz Echoes of the South Atlantic nimmt die heutige Situation der atlantischen Beziehungen zwischen Afrika, Südamerika, der Karibik und Europa in den Blick. Internationale Gäste aus Kunst und Wissenschaft beleuchten in Vorträgen, Diskussionsrunden und Performances das Ausmaß dieser Beziehungen: in Beiträgen über wachsenden Nationalismus, das Errichten neuer Grenzen und Fragen nach Restitution und kulturellem Erbe.

Die Konferenz ist Teil des Projekts Echos des Südatlantiks des Goethe-Instituts, das zwischen 2018 und 2020 auf allen drei Kontinenten Veranstaltungen zur Zukunft des Südatlantiks ausrichtet. Die teilnehmenden Künstler*innen und Intellektuellen erarbeiten in diesem Zeitraum eigene Projekte, 2020 ist eine Abschlusspräsentation geplant.

Mit Beiträgen von Jean-Pierre Bekolo, Samy Ben Redjeb, Ndidi Dike, Elvira Dyangani Ose, Anita Ekman, Paul Gilroy, Paul Goodwin, Isaac Julien, Michelle (Musa) Mattiuzzi, Jota Mombaça, Mark Nash, Kris Nelson, Gabi Ngcobo, António Ole, Amilcar Packer, Thiago de Paula Souza, Felwine Sarr, Nadine Siegert, Nanette Snoep, Selene Wendt

Tag 1 | Tag 2

14–15.30h, Vortragssaal

16–18h, Vortragssaal
Vorträge, Gespräche, Präsentation mit Jean-Pierre Bekolo, António Ole, Elvira Dyangani Ose, Isaac Julien & Mark Nash u. a.
Moderation: Ananya Kabir

18–18.30h, Hauptfoyer
Performance mit Michelle Mattiuzzi, Jota Mombaça

Detailliertes Programm auf goethe.de

19h Dachterrasse
A Rise in Humanity
Felwine Sarr, Ökonom, Autor
Keynote

Die heutige Zeit ist geprägt von globalen Krisen und vielfachen Dystopien. Die Meta-Erzählung des menschlichen Fortschritts, angetrieben von der Vernunft, ist gescheitert. Die Postmoderne ist zu einem Zeitalter geworden, in dem die Zukunft keine Verheißung mehr enthält – bis auf die Verheißung, ihre vielgestaltigen potenziellen Katastrophen zu vermeiden (ökologische Katastrophen, zerbrechende Gesellschaften, zunehmende Unsicherheit). Gesellschaften müssen ihre Gegenwart ebenso wie ihre Zukunft in die Hand nehmen und ihnen Sinn geben. Wie lässt sich eine neue Ordnung der Geschichtsschreibung schaffen, die Geschichte nicht als zielgerichtet ansieht und die die Menschlichkeit fördert? Wie lässt sich das Abenteuer der Bedeutungen wiederaufnehmen?

Anschließend Party mit DJ Samy Ben Redjeb, Analog Africa Records

Tag 1 | Tag 2