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Fr, 30. Juni 2017

Reiko Tomii: An Anatomy of the Wilderness in 1960s Art in Japan

Reiko Tomii | GUN,

Reiko Tomii | GUN, "Event to Change the Image of Snow", 1970. Documentary photograph of performance art. | © Hanaga Mitsutoshi

„Resonanz“ ist ein Schlüsselbegriff in der Auseinandersetzung mit der Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg. Er verweist auf das gleichzeitige Aufkommen ähnlicher Kunstpraktiken in verschiedenen geografischen Regionen, ohne dass es einen Hinweis auf persönliche Verbindungen oder einen Wissensaustausch unter den beteiligten Künstler*innen gibt. In ihrem neuesten Buch Radicalism in the Wilderness: International Contemporaneity and 1960s Art in Japan (2016) zeigt Tomii, dass Resonanzen und Verbindungen charakteristisch für die Jahrzehnte der „internationalen Zeitgenossenschaft“ (kokusaiteki dōjisei) waren und dass sie die Entwicklung unserer zeitgenössischen Kunst wesentlich vorgeprägt haben. In Verbindung mit der Ausstellung “Misfits” beschreibt Tomii solche resonierenden Praktiken in der Wildnis Japans in den 1960er Jahren. Dabei beleuchtet sie die Arbeiten von Matsuzawa Yutaka, The Play und GUN, die sich im Unterschied zu Künstler*innen wie Gutai, Hi Red Center, Mono-ha und Bikyōtō bewusst vom Mainstream fernhielten. Indem sie der Natur dieser Wildnis auf den Grund geht, aktualisiert Tomii die Diskussionen innerhalb der Kunstgeschichte um eine Kategorie, die es ermöglicht, ähnliche künstlerische Bewegungen und Erscheinungen aus anderen lokalen Kontexten aus einer globalen Perspektive zu diskutieren.

Indem sie der Natur dieser Wildnis auf den Grund geht, aktualisiert Tomii die Diskussionen innerhalb der Kunstgeschichte um eine Kategorie, die es erlaubt, ähnliche künstlerische Bewegungen und Erscheinungen aus anderen lokalen Kontexten mit globaler Perspektive zu diskutieren.

Reiko Tomii ist Kunsthistorikerin und Kuratorin mit Schwerpunkt auf japanische Kunst seit 1945 im globalen und lokalen Kontext. Zu ihren Forschungsinteressen gehören „internationale Zeitgenossenschaft“, Kunstkollektive und der Konzeptualismus der 1960er Jahre, was u. a. in den Ausstellungen Global Conceptualism am Queens Museum of Art (1999), Century City an der Tate Modern (2001) und Art, Anti-Art, Non-Art am Getty Research Institute (2007) zum Ausdruck kam. Sie hat bereits mit Künstler*innen wie Yayoi Kusama, Xu Bing und Ushio Shinohara zusammengearbeitet. Als Mitbegründerin des wissenschaftlichen Rundbriefs PoNJA-GenKon hat sie mehrere Symposien veranstaltet. Ihr Buch Radicalism in the Wilderness: International Contemporaneity and 1960s Art in Japan (2016) wurde mit dem Robert Motherwell Book Award des Jahres 2017 ausgezeichnet.