Fr, 30. Juni 2017

Shabbir Hussain Mustafa: Still reading Ananda Kentish Coomaraswamy

In seinem Vortrag denkt Shabbir über drei politische Begriffe nach, welche die Kunstgeschichtsschreibung Südostasiens nachhaltig geprägt haben: das Industrielle, das Moderne und die Region. Er konzentriert sich dabei auf eine Reihe von Fragmenten, die er in Bezug setzt zu zwei Texten des Historikers, Philosophen und Museumskurators Ananda Coomaraswamy: Essays in Postindustrialism: A Symposium of Prophecy Concerning the Future of Society (1914) und A History of Indian and Indonesian Art (1927). Indem er diese Versatzstücke zu einem Mosaik zusammensetzt, zeichnet Shabbir ein besonderes Portrait von Coomaraswamy: während er ihn in seiner Zeit und ihren Befindlichkeiten verortet, erforscht er gleichzeitig, welche möglichen Bedeutungshorizonte seine Werke auch heute der südostasiatischen Kunst und ihren Belangen eröffnen können.

Shabbir Hussain Mustafa ist als Kurator an der National Gallery Singapore tätig, wo er momentan das kuratorische Team leitet, das die Langzeitausstellung Between Declarations and Dreams konzipiert hat, die Kunst aus der Region vom 19. Jahrhundert bis heute zeigt. In seiner Funktion als Kurator verbringt er viel Zeit damit, darüber nachzudenken, wie Zeit und die Moderne in der Region, die wir heute “Südostasien” nennen, zusammenspielen. Bisher hat er als Kurator für südasiatische und südostasiatische Kunst am National University of Singapore Museum (NUS Museum) gearbeitet, wo er die Ausstellungen Camping and Tramping through The Colonial Archive: The Museum in Malaya (2011) und The Sufi and The Bearded Man: Re-membering a Keramat in Contemporary Singapore (2010) realisierte und Mitbegründer des experimentellen Raums prep room | things that may or may not happen (seit 2012). 2015 kuratierte er außerdem zusammen mit dem Künstler Charles Lim Yi Yong das Projekt SEA STATE für den Singapur Pavillon auf der 56. Biennale in Venedig.