In diesem Ausstellungsrundgang gibt das Team der Wissenschafts-, Digital- und Medienpraktiken am Haus der Kulturen der Welt eine Einführung in die historischen und politischen Hintergründe der aktuellen Ausstellung Tirailleurs: Von Kanonenfutter zu Avantgarde – Die vergessenen Soldat*innen, die Europa befreit haben. Die Führung verknüpft die Ausstellung mit dem Wochenendprogramm von AI (Ancestral Immediacies): Digitale Zwillinge und Datendoppelgänger. Anhand der Idee der Verdopplung sowie der Starrheit von zu Daten geronnenen Erinnerungen zeigt sie auf, wie digitale Infrastrukturen sich mit den Themen der Ausstellung überschneiden. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den von nicht-digitalen Zwillingen aufgeworfenen Fragen, wenn Denkmäler, Persönlichkeiten und Gemeinschaften durch kollektives Gedenken, individuelle Erzählungen und abwesende Präsenzen in den Fokus gerückt werden. Die Führung schließt mit einer Einführung in Wùn Ná Kre, einem neuen Auftragswerk von Zas Ieluhee. Die Arbeit versetzt digitale Architekturen in einen Dialog mit den Mustern, Topologien und philosophischen Grundlagen der Serer-Mathematik, wie sie in den Praktiken der westafrikanischen Tirailleurs zum Ausdruck kommen.