Do, 30. Juli 2020

Bestiaire | The Lamps

R: Denis Côté, Kanada/Frankreich 2012, 72 min, OV kein Dialog | R: Shelly Silver, USA 2015, 5 min, OV kein Dialog

Bestiaire, Filmstill | Quelle: Arsenal

Bestiaire, Filmstill | Quelle: Arsenal

Bestiaire

R: Denis Côté, Kanada/Frankreich 2012, 72 min, OV kein Dialog

Ein Zeichenkurs, ein Safaripark, die Werkstatt eines Tierpräparators: drei Umgebungen, in denen sich Mensch und Tier begegnen. Im Mittelpunkt der Beobachtung stehen Blick- und Wahrnehmungsverhältnisse, die gleichzeitig oft ungleiche Machtverhältnisse spiegeln. Wohlüberlegte Einstellungen lassen Zeit zum Nachdenken über Schönheit und Fremdheit, über die domestizierte Wildnis in der Zivilisation. Orchestriert von den Umgebungsgeräuschen ergibt das eine Choreografie, ein filmisches Bestiarium, in dem sich zu den stoischen, ungerührten, ungeduldigen, wilden und rebellischen Tieren auch der Mensch gesellt. (Anna Hoffmann)

The Lamps

R: Shelly Silver, USA 2015, 5 min, OV kein Dialog

„Die Baroness Elsa von Freytag-Loringhoven, geborene Plötz, wurde als Protagonistin der New Yorker Dada-Bewegung kaum gewürdigt. Als Dichterin, Künstlerin, Vaudeville-Performerin, Ausreißerin, Aufrührerin und Crossdresserin provozierte sie ständig die Öffentlichkeit. Ähnlich unzähliger anderer, ebenso marginalisierter Künstlerinnen wurde ihre kulturelle Hinterlassenschaft kaum beachtet und in einigen Fällen sogar von bekannteren männlichen Zeitgenossen vereinnahmt. The Lamps dokumentiert die Reise der Baroness um 1900 nach Neapel, wo sie im Archäologischen Museum ins Il Gabinetto Segretto einbrach, einen für Frauen verbotenen Raum voller erotischer Gegenstände aus Pompeji.” (Shelly Silver)