Do, 30. Juli 2020

1000 Serpentinen Angst

Performative Lesung mit Banafshe Hourmazdi, Minh Duc Pham, Malu Peeters und Olivia Wenzel

Filmstill aus 1000 serpentinen angst (Trailer) | © Hai Anh Trieu, Olivia Wenzel, Philipp Rühr

Filmstill aus 1000 serpentinen angst (Trailer) | © Hai Anh Trieu, Olivia Wenzel, Philipp Rühr

„Ich habe mehr Privilegien, als je eine Person in meiner Familie hatte. Und trotzdem bin ich am Arsch. Ich werde von mehr Leuten gehasst, als meine Großmutter es sich vorstellen kann. Am Tag der Bundestagswahl versuche ich ihr mit dieser Behauptung 20 Minuten lang auszureden, eine rechte Partei zu wählen.“

Vielstimmig und mit Witz schreibt Olivia Wenzel über Verlust und Angststörungen, Herkunft und Rassismus, Flirts mit dem Kapitalismus oder immer wiederkehrende Begegnungen mit Snackautomaten. Seit dem Erscheinen ihres Debütromans 1000 Serpentinen Angst sind ungefähr fünf Monate vergangen – Zeit für eine Zwischenbilanz: Wie wurde der Roman von wem aufgenommen und warum? Was ereignete sich Absurdes in Instagram-Lesungen? Und welche Fragen wurden bisher nicht gestellt?

Die Performance verschränkt Feedbacks verschiedener Art: öffentliches, privates, klangliches. Lesungen, Videoarbeiten, Livemusik und Talks gehen assoziativ ineinander über. Die Frage „Wo bist du jetzt?“, mit der die Ich-Erzählerin des Romans ständig konfrontiert wird, ist Gravitationszentrum, produktives Abschweifen von dieser Frage das Motto.

Von und mit Banafshe Hourmazdi, Malu Peeters, Minh Duc Pham und Olivia Wenzel