Do, 23. Juli 2020

Balikbayan #1 - Memories of Overdevelopment Redux VI | Stadt in Flammen

R: Kidlat Tahimik, Philippinen 2015, 160 min, OmE | R: Schmelzdahin, 1984, 5 min, OV kein Dialog

Balikbayan #1 - Memories of Overdevelopment Redux VI, Filmstill | Quelle: Arsenal

Balikbayan #1 - Memories of Overdevelopment Redux VI, Filmstill | Quelle: Arsenal

Balikbayan #1 – Memories of Overdevelopment Redux VI

R: Kidlat Tahimik, Philippinen 2015, 160 min, OmE

Enrique ist der Sklave des Weltumseglers Ferdinand Magellan. 1980 gedreht und inzwischen sehr gealtert, erzählen die Bilder die Geschichte jener Weltumseglung, bei der Magellan kurz vor Ende umkam und verfügte, dass Enrique, nun der wahre erste Weltumsegler, ein freier Mann sein solle. Balikbayan #1 verwebt die offizielle mit Enriques Geschichte, und mit dem Director’s Cut der Version, die Tahimik 35 Jahre zuvor auf der Suche nach der Wahrheit zu erzählen begann und 2013 in einem Dorf in der Provinz Ifugao fortsetzte. Die Darsteller*innen sind nicht mehr die gleichen, Tahimik selbst, 1980 noch in der Rolle Enriques, ist gealtert, Kinder sind geboren. Ein Homemovie, ein farbenprächtiges Epos, eine Studie des Kolonialismus, ein Korrektiv der Geschichte und eine Hommage an das, was Tahimik „Indio-Genius“ nennt. (Stefanie Schulte Strathaus, gekürzt)

Stadt in Flammen

R: Schmelzdahin, 1984, 5 min, OV kein Dialog

Dieser Found-Footage-Film basiert auf Szenen aus dem franko-kanadischen Spielfilm Ville en flamme. Vor der Schnitt- und Tonbearbeitung wurde das Ausgangsmaterial im Garten vergraben, gezielt Bakterien und Mikroben ausgesetzt und dann im Moment der Verflüssigung der Emulsion kopiert. Die sichtbare Zersetzung der bildtragenden Schicht, korreliert mit dem Katastrophenthema des Ausgangsfilms. Bildteile und Farbflächen aus der schemenhaft erkennbaren Handlung, wie die Beziehung zwischen einer Frau und einem Mann, fließen organisch ineinander und verschmelzen auf dem bunt-grobkörnigen Kopiermaterial. (Medienkunstnetz, gekürzt)