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So, 14. Juli 2019

Gilberto Gil, Miroca Paris

Gilberto Gil | Foto: Gérard Giaume

Gilberto Gil | Foto: Gérard Giaume

Angeblich wusste Gilberto Gil schon als Kind, was aus ihm werden sollte: Musiker oder Präsident Brasiliens. Als Pionier der Trópicalia-Bewegung gelangte er zu Weltruhm; später erkundete er rhythmische Verwandtschaften von Reggae, Afrobeat und den Klängen des brasilianischen Nordostens. All dies hielt ihn nicht von politischem Engagement ab, schließlich gar als Kulturminister Brasiliens. Das 2018 erschienene Album OK OK OK stellt eine späte Zäsur in Gils Diskografie dar. Als „erstes Alterswerk“ bezeichnet der im HKW regelmäßig zu erlebende Gast die intime Platte, für die er auch ausgewählte Klassiker aus dem eigenen Repertoire neu interpretiert hat. „Ok, ok, ok, ok, ok, ok / Já sei que querem a minha opinião“ („Ok ok, ok, ok, ok, ok / Ich weiß schon, ihr wollt meine Meinung“), begrüßt die LP sein Publikum mit feiner Ironie und stellt klar, dass Gil sich keinen Erwartungshaltungen beugt. Er wusste schließlich immer selbst am besten, was eines Tages aus ihm werden sollte.

Miroca Paris | Foto: Alfredo Matos

Miroca Paris | Foto: Alfredo Matos

Miroca Paris

Sein Handwerk als Perkussionist und Gitarrist lernte Miroca Paris mit den Zehen im Sand und verfeinerte es über elf Jahre lang auf ausgedehnten Tourneen mit der „barfüßigen Diva“ Cesária Évora. Nach dem Tod der kapverdischen „Königin der Morna“ im Jahr 2011 konzentrierte sich der Multiinstrumentalist auf sein Schaffen als Solo-Künstler. 2017 debütierte er mit dem Album D’Alma, dessen zwölf Songs seinen Worten nach dem kreolischen Sound der Inseln gerecht werden sollten. Neben den rhythmischen Feinheiten von regionalen Stilen wie Funaná und Coladeira flossen deswegen auch angolanischer Semba und brasilianischer Samba in die Aufnahmen ein. Im Zentrum jedoch stehen das Gitarrenspiel und der Gesang Paris’, der vor allem eine Herkunft und ein Ziel kennt: die Seele.