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Sa, 11. November 2017

4’33’’-Gala (mit Zugezogen Maskulin, Mary Ocher, Jolly Goods u. a.), Toshimaru Nakamura

Toshimaru Nakamura | Foto: promo

Toshimaru Nakamura | Foto: promo

20h 4’33’’-Gala | Auditorium
22h Toshimaru Nakamura | Hirschfeld Bar

4’33’’-Gala

mit Lucrecia Dalt & Regina de Miguel, Perera Elsewhere, Isolation Berlin, Jolly Goods, Lambert, Maulwerker, Wolfgang Müller, Mary Ocher, Claire Tolan, Zugezogen Maskulin, Moderation: Max Dax

Stille gibt es nicht: John Cage hat mit 4’33’’ die Musik neu begründet: Die Kompositionenthält keine einzige Note, sondern in drei Sätzen bloß Pausenanweisungen – mit dem Ziel der Besinnung auf das Wesen der Aufführung und den Akt des Hörens. Die Situation selbst erzeugt den Klang: der Raum, die Luft, die versammelten Körper.

Das HKW feiert diesen Inbegriff der Abwesenheit von Musik, diese Ikone aller Pausen in einer großen Gala: Berliner Musiker*innen und Bands mit unterschiedlichen musikalischen und widerständigen Hintergründen spielen zehn verschiedene 4’33’’-Coverversionen. Was klingt in einer Postpunk-, Hiphop- oder Downtempo-Interpretation des Stücks? Wie setzen sich feministische und gesellschaftskritische, um Anonymität oder die Dekonstruktion von Genreklischees bemühte Künstler*innen mit Cages radikaler Infragestellung eines Musikstücks auseinander? Welche Aufführung erwarten wir von einem Vokal-Ensemble, von einem Pianisten, von einer Konzept-Elektronikerin; was von einem „Genialen Dilletanten“ oder von einer mit dem Verhältnis von Klang und Körper experimentierenden Programmiererin?

www.jollygoods.net
www.listentolambert.com
www.maryocher.com
www.maulwerker.de
www.reginademiguel.net
www.wolfgangmuellerrr.de
www.zugezogenmaskulin.de

In Kooperation mit Antje Øklesund

Toshimaru Nakamura

Enthaltung als musikalisches Prinzip: Als Toshimaru Nakamura Ende der 1990er die Rockgitarre gegen das Mischpult eintauschte, wurde er tonangebend für die japanische Onkyo-Bewegung, die sich der freien, an Klang-Texturen und der Reduktion auf leise, minimale Gesten orientierten Improvisation verschreibt. Seither geht es ihm nicht mehr um die Kontrolle über, sondern die Interaktion mit dem Instrument. Sein No Input Mixing Desk ist ein Mischpult, dessen Ausgang direkt mit seinem Eingang verkabelt ist und das auf diese Weise nichts anderes als Rückkopplungsgeräusche erzeugt. Es summt und rauscht, raschelt, klopft und vibriert; ein reiner Feedback-Loop, den Nakamura mit sparsamen, sensiblen Eingriffen zu einer faszinierenden Szenerie aus silent noise modelliert.

www.toshimarunakamura.com