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So, 18. Juni 2017

David Teh: The Fugitive Reflex: Autonomy and Sublimation

Pratchaya Phinthong, Give more than you take, 2010. Coproduction CAC Brétigny / GAMeC, Bergamo. Artist's project documentation. Courtesy the artist and gb agency, Paris

Pratchaya Phinthong, Give more than you take, 2010. Coproduction CAC Brétigny / GAMeC, Bergamo. Artist's project documentation. Courtesy the artist and gb agency, Paris

David Teh beleuchtet die Arbeit von James C. Scott und dessen Bezug zur modernen und zeitgenössischen Kunst. Scotts „anarchistische“ Geschichte der Hochlandvölker Südostasiens wirft einen Blick auf die Dynamiken der Flucht als Verteidigungsstrategie gegen staatliche Rationalisierung und Vereinnahmung. Auch wenn es Zomia als politische Geografie so nicht mehr gibt, bleibt die Logik und der Impuls der Flucht doch weiter bestehen. Wo kann man die Rückzugsmethoden und die Autonomie, die diese Hochlandvölker von anderen unterschieden, heute finden? Welche Rolle kommt Künstler*innen in derartigen Vermeidungsstrategien zu? Der Fluchtinstinkt lebt in der zeitgenössischen Kunst Südostasiens fort: Teh überlegt, was diese Fluchtlinien uns über den Spielraum und die Grenzen künstlerischer Unabhängigkeit und Autonomie erzählen.

David Teh ist Autor, Kurator und Forscher an der National University of Singapore und spezialisiert auf südostasiatische zeitgenössische Kunst. Zu seinen kuratorischen Projekten gehören unter anderem Transmission (Jim Thompson Art Center, Bangkok, 2014), Video Vortex #7, (Yogyakarta, 2011); Unreal Asia, (55. Internationale Kurzfilmtage, Oberhausen, 2009) und The More Things Change, (5th Bangkok Experimental Film Festival, 2008). Teh publiziert in Third Text, Afterall, Theory Culture & Society und ARTMargins, sein Buch Thai Art: Currencies of the Contemporary ist kürzlich bei der MIT Press erschienen. Er ist zudem einer der Leiter von Future Perfect, einer Galerie und Projektplattform in Singapur.