30. Oktober – 1. November 2013

Al-mashaa' oder der öffentliche Raum als Allgemeingut, Workshop

A Journey of Ideas Across - Im Dialog mit Edward Said | Al Masha oder der öffentliche Raum als Allgemeingut, Workshop | © Marcus Lieberenz

A Journey of Ideas Across - Im Dialog mit Edward Said | Al Masha oder der öffentliche Raum als Allgemeingut, Workshop | © Marcus Lieberenz

Vom 30. Oktober bis 1. November debattieren Denker, Aktivisten und junge Forscher aus dem Mittelmeerraum und Europa über Arten und Weisen der Konstitution, Vereinnahmung, Erhaltung und Gestaltung von öffentlichem Raum als Allgemeingut. Problematiken sowie neue Denk- und Handlungsansätze werden hier öffentlich präsentiert.

Der Workshop „Al -mashaa' or the Space of the Common“ schlägt einen Bogen zwischen Edward W. Saids Ideen und den gegenwärtigen politischen und kulturellen Realitäten im globalen Kontext und in der arabischen Welt, indem er sich einem drängenden, aktuellen Thema widmet: Öffentlichkeit, Privatbesitz und Allgemeingut, „the common“, sollen in Bezug zu den Ereignissen, Entwicklungen und den Orten der arabischen Revolten, aber auch darüber hinaus, untersucht und neu definiert werden. Sehr grundsätzlich stellen diese Aufstände die repressive und konservative Natur des öffentlichen Raums in den unterschiedlichen arabischen Ländern in Frage und ermöglichen Neuartikulationen von Allgemeingut. Jedoch wird die ambivalente Bedeutung und Belegung von öffentlichem Raum auch in westlichen Gesellschaften gerade im Kontext der jüngeren Protestbewegungen deutlich. Und schließlich unterwandern Orte wie etwa Flüchtlingslager, wo es weder juristische Anerkennung von Besitz noch das Recht auf Privatsphäre gibt, festgelegte Kategorien von öffentlichem und privatem Raum.


Vor diesem Hintergrund sollen die Teilnehmerinnen des Workshops neue Möglichkeiten und Wege ermitteln, öffentlichen und privaten Raum, Öffentlichkeit und Allgemeingut neu zu formen und zu begründen. Die Kuratoren Sandi Hilal und Alessandro Petti schlagen ein kritisches Verständnis des zeitgenössischen Öffentlichkeitsbegriffs vor, indem sie den Begriff des „common“ neu denken. Die Aufforderung zur aktiven Teilhabe ist sowohl im Begriff „Allgemeingut“ („the common“), als auch im arabischen Wort "mashaa'" enthalten. "Mashaa'" bezeichnet allgemein genutztes Land, dessen Besitz durch die gemeinsame Bewirtschaftung anerkannt wurde. Entscheidend für den Kontext des Workshops ist hier, dass diese Kategorie und Praxis allein durch die allgemeine, gemeinsame Nutzung existiert.

Wie können der „space of the common“ und „al-mashaa'“ für die aktuellen Realitäten und Entwicklungen nutzbar gemacht werden?

Die aktiven Teilnehmer_innen des Workshops wurden in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut durch einen Call for Participation ermittelt.

Kuratiert von Sandi Hilal und Alessandro Petti


Sandi Hilal ist Architektin und lebt in Bethlehem. Sie berät das UNRWA, das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten zur Verbesserung von Flüchtlingslagern, ist ein Gründungsmitglied von DAAR sowie der Initiative „Campus in Camps“. Sie ist Ko-Autorin diverser Forschungsprojekte, unter anderen „Stateless Nation“ und „Border Devices“.


Alessandro Petti ist Architekt und Städteplaner; er lebt und arbeitet in Bethlehem. Petti ist Direktor des experimentellen Bildungsprogramms „Campus in Camps“ sowie von DAAR, einem Kunst- und Architekturkollektiv und Residency-Programm, das Diskurs, Raumintervention, Ausbildung und juristische Fragestellungen zusammenbringt.


Übersicht der Workshop-Teilnehmer

Qussay Abu Aker, Teilnehmer des Campus in Camps-Projekt, Bethlehem.

Hanna Al Taher, M.A. Politikwissenschaften, FU Berlin, spoken word artist, Amman/Berlin.

Ayat al Turshan, Teilnehmerin des Campus in Camps-Projekt, Bethlehem.

Yazid Anani, Künstler, Assistenzprofessur für Architektur, Stadt- & Landschaftsplanung, Birzeit University (Palästina).

Hisham Ashkar, Architekt und Stadtplaner, Promotionsstudium an der HafenCity Universität Hamburg, lebt in Berlin.

Mansour Aziz, Künstler und Forscher, Beirut.

Gautam Bhan, Soziologe und Stadtplaner, Indian Institute for Human Settlements, Neu Delhi.

Musquiqui Chihying, Künstler aus Taipei (Taiwan), M.A. Studium an der Universität der Künste, lebt in Berlin.

Kegham Djeghalian, Künstler, Dozent, Art Director und Fashion Editor, Ägypten/Palästina, lebt in Paris.

Ilana Feldman, Professorin für Anthropologie, Geschichte und Internationale Beziehungen, George Washington University/Washington DC.

Nedaa Hamouz, Teilnehmerin des Campus in Camps-Projekt, Bethlehem.

Elena Isayev, Dozentin für Alte Geschichte, Universität von Exeter.

Iyad Issa, Architekt, Künstler und Forscher, Riwaq Centre for Architectural Conservation, Ramallah.

Yelta Köm, Architekt und Autor, Masterstudium der Architektur, Städelschule Frankfurt, NGO “Herkes İçin Mimarlık”, Istanbul.

Vasif Kortun, Forschungs- und Programmleiter SALT, Istanbul und Ankara.

Thameur Mekki, Journalist und Musikmanager, Tunis.

Omar Nagati, Architekt, Stadtplaner und Designer, Mitgründer von CLUSTER, Kairo.

Sahar Qawasmi, Architektin, Riwaq Centre for Architectural Conservation, Ramallah.

Dina Ramadan, Assistenzprofessorin für Arabistik, Middle East Studies, Bard College, NY, zurzeit Fellow am Forum für Transregionale Studien, EUME/Berlin.

Felicity Scott, Professorin für Architektur, Columbia University, New York.

Urok Shirhan, Künstlerin, Masterstudium Global Arts an der Goldsmith’s University, London.

Pelin Tan, Soziologin, Assistenzprofessorin und Vize-Dekanin der Architektur-Fakultät, Artuklu-Universität, Mardin (Türkei).

Hanan Toukan, Soziologin, SOAS, University of London.

Toleen Touq, Kulturmanagerin, Kulturproduzentin und Kuratorin, Amman.

Bettina Vismann, Architektin und Künstlerin, lehrt den Masterstudiengang Raumstrategien an der Weißensee Kunsthochschule, Berlin.