Sa, 12. Januar 2013

Insel: Gärten

Mit smudge studio: Elizabeth Ellsworth (School of Media Studies, New School for Public Engagement, New York) und Jamie Kruse (Künstlerin, Designerin, New York), Emma Marris (Autorin, Columbia), Michael Taussig (Department of Anthropology, Columbia University, New York), Will Steffen (Climate Change Institute, Australian National University, Canberra). Moderation: Christian Schwägerl (Wissenschaftsjournalist und Autor, Berlin)


Gärten sind künstliche Eingriffe in die Natur, darauf ausgerichtet aus ihr selbst heraus eine erfahr- und erlebbare Landschaft zu formen. Als solche offenbaren Gärten den steten Wandel der menschlichen Auseinandersetzung mit der Umwelt. Diese Insel entfaltet die Konfrontationen von Natur und Kultur, künstlich und natürlich, Subjekt und Objekt. Wo im Anthropozän sind wir? Die Vorstellung der Welt als Garten führt die romantisch-utopische Geschichte vom Ort des Rückzugs und der Reflexion mit sich; auch spielen „spirituelle“ Vorstellungen und Fantasien – wie etwa Visionen eines postapokalyptischen Paradieses – eine Rolle. Gärten können ebenso landwirtschaftlich genutzte Orte sein, gepflegt, gepflügt, versorgt und dafür gedacht, kleine Haushalte oder auch Großgemeinschaften zu ernähren. Wer betreibt den Garten, welche Rolle könnte er aus anthropozäner Perspektive für einen ökologischen und urbanen Landschaftsbau spielen? Wer legt die Grenzen des planetarischen Gartens fest, wo endet dieser? Wann weicht das Wilde und frei Gewachsene dem Gezähmten und Kultivierten?



Emma Marris (Columbia) ist Autorin und Journalistin mit dem Schwerpunkt Umwelt. Sie schreibt über Themen wie Evolution, Energie, Landwirtschaft, Lebensmittel, Sprache, Bücher und Film. Ihre Texte sind in Conservation, Wired, Nature Medicine, OnEarth und Nature erschienen. Ihr erstes Buch "Rambunctious Garden: Saving Nature in a Post-Wild World" (2011) erkundet die außer Kontrolle geratenen Ökologien, die der Mensch durch seine Eingriffe in das, was einst "Natur" hieß, hervorgebracht hat.


Christian Schwägerl (Berlin) ist Journalist und Autor. Sein Interesse gilt den Veränderungen in Wissenschaft und Ökologie und deren Konsequenzen für Politik und Gesellschaft. Der Autor von Menschenzeit. Zerstören oder gestalten? Die entscheidende Epoche unseres Planeten (Riemann Verlag) und 11 drohende Kriege. Künftige Konflikte um Technologien, Rohstoffe, Territorien und Nahrung (C. Bertelsmann Verlag) erhielt den Georg von Holtzbrinck Preis für Wissenschaftsjournalismus und den econsense Journalistenpreis. Er ist Projektleiter und Kurator des Anthropozän-Projekts.


smudge studio (New York) ist ein von Jamie Kruse (Künstlerin, Designerin) und Elizabeth Ellsworth (Professorin für Medienstudien an der New School, New York) gegründetes Medienkunstkollektiv. Ihr aktuelles Projekt befasst sich mit Orten und Momenten, in denen das Geologische und das Menschliche aufeinandertreffen. In kreativer Form beziehen sich die beiden auf die komplexen Kräfte, denen sie dort begegnen: das Natürliche, Gebaute, Historische, Soziale, Strategische und Imaginierte. Die 2012 gemeinsam herausgegebene Essaysammlung trägt den Titel "Making the Geologic Now: Material Conditions of Contemporary Life" (punctum books).


Will Steffen (Canberra/Stockholm)lehrt an der Fenner School of Environment and Society am Australian National University (ANU) Climate Change Institute und ist Forscher am Stockholm Resilience Centre. Er schreibt über die Anpassung der Landnutzung an den Klimawechsel, über die Integration menschlicher Prozesse in die Analyse des Erdsystems sowie die Geschichte und Perspektiven der Beziehung von natürlicher Welt und Mensch. Neben Paul Crutzen ist er ein prominenter Vertreter des Anthropozän-Konzepts.


Michael Taussig (New York) lehrt Kulturanthropologie an der Columbia University in New York. Er schreibt über Gewalt, Terror, die Abschaffung der Sklaverei, Schamanismus, Mimesis, Mimesis und Alterität, Farbe, Ikonoklasmus, Georges Bataille und Walter Benjamins Grab.


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