Sa, 12. Januar 2013

Ist das Anthropozän… gerecht?

Christina von Braun und Paulo Tavares

Dialog mit Christina von Braun (Institut für Kulturwissenschaft, Humboldt-Universität zu Berlin) und Paulo Tavares (Department of Visual Cultures, Goldsmiths, University of London). Einführung: Cecelia Watson (Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin)

In seiner Trag- und Reichweite zweifellos politisch, bringt das Anthropozän eine Reihe von praktischen Belangen hervor, die mit Fragen des Rechts, der Rechtsprechung, „natürlicher“ Befangenheit und der Artikulation von Rechten zu tun haben. Wer wird eine anthropozäne Welt „managen“, Politiker oder Innovatoren? Und scheint es – wenn man bedenkt, dass sich moderne Rechtssysteme auf die Trennung von Subjekten und Objekten stützen –, nicht dringend geboten, über Korrekturen der Rechtsprechung bei Konflikten zwischen Menschen und Nicht-Menschen nachzudenken. Wie kann die Natur „ihre Argumente vorbringen“?



Christina von Braun (Berlin) ist Autorin und Filmemacherin, Professorin für Kulturtheorie an der Humboldt-Universität zu Berlin und wissenschaftliche Direktorin des Zentrums Jüdische Studien Berlin- Brandenburg. Ihre wichtigsten Forschungsthemen sind Genderfragen, Religion und Moderne, Medien, Säkularisierung und die Geschichte des Antisemitismus. Sie hat ca. 50 Filmdokumentationen und Fernsehspiele zu kulturhistorischen Themenrealisiert und zahlreiche Publikationen über das Wechselverhältnis von Geistesgeschichte und Körpergeschichte veröffentlicht. Ihr jüngstes Buch ist "Der Preis des Geldes". (2012)


Paulo Tavares (London/Quito) ist Architekt und Stadtplaner, lehrt am Goldsmiths, University of London und derzeit auch an der Architecture School of the Catholic University of Ecuador. Seine Themengebiete sind die Politik des Raums, Ökologie und Medien. Seine jüngeren Arbeiten beschäftigen sich mit den Beziehungen zwischen Umweltgewalt und dem Gesetz anhand des bewaffneten Konflikts in Guatemala und der Kolonisierung des Amazonasgebiets während der Militärherrschaft in Brasilien.


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