Sa, 18. August 2018

Scritti Politti | Bas Jan

Scritti Politti | © Promo

Scritti Politti | © Promo

Schon 1982 reimte Green Gartside „Jacques Derrida“ auf „Bossa Nova“ und steckte damit das Terrain ab, das er seitdem mit seinem Projekt Scritti Politti bearbeitete.

Der Bandname hätte als Hommage an den italienischen Marxisten Antonio Gramsci eigentlich „Scritti Politici“ heißen müssen, zu Deutsch: „politische Schriften“. Aber Gartside fand, seine Schreibweise klinge mehr nach Rock’n’Roll. Sein Konzept einer Popmusik für denkende Menschen ist dabei stilistisch nicht festgelegt und umfasst lärmigen Punk-Rock mit Reggae-Einschlag genauso wie Hip-Hop oder melancholische Folksongs. Legenden wie Miles Davis, Robert Wyatt und Roger Troutman gastierten auf seinen Alben. Auf ein neues Werk wartet die Welt seit zwölf Jahren, vielleicht bekommt das Wassermusik-Publikum nun einen Vorgeschmack.

Bas Jan | © Rwm Hunt

Bas Jan | © Rwm Hunt

Bas Jan

Performance-Postpunk: Die Band um die Sängerin, Harfenistin und Keyboarderin Serafina Seer beschwört die Energie von Bands wie The Slits oder The Raincoats herauf; ergänzt um hüpfende Synthesizer, beißende Streicher und lakonische Texte über die Besonderheiten des Alltäglichen: etwa ein verkatertes Fish&Chips-Mittagessen oder aggressive SMS-Wortwechsel. Benannt haben sich die Londonerinnen nach dem niederländischen Video- und Konzeptkünstler Bas Jan Ader, der zuletzt lebend gesehen ward, als er 1975 zu einer künstlerisch motivierten Atlantiküberquerung aufbrach. Das passt, denn die Mitglieder von Bas Jan, der Band, sehen sich eher in der Tradition der Performance-Kunst denn als Musikerinnen.