Sa, 22. April 2017

Park Chan-kyong: Colonial Unheimlich

„Wenn eine Kritik des Orientalismus ihren eigentlichen Gegenstand meidet, stimmt etwas daran nicht. Die Kritik des Orientalismus ist gut, aber sie muss auch einer beweglicheren Struktur dieses Orientalismus gerecht werden. Die Kritik des Orientalismus sollte besser sein als der Orientalismus selbst oder wenigstens in einigen Punkten über diesen hinausgehen. Das Kritisieren und das Überwinden können in Konflikt mit einander geraten. Selbst die kritische Reflexion über die Frage: „Was heißt es, nichtorientalistisch zu denken?“ kann sich als aus einer äußeren, insbesondere westlichen Sicht gestellt erweisen. Darauf vor allem kommt es an: Im Spielraum zwischen der Flucht aus orientalistischen Denkmustern und deren Entmystifizierung könnte uns sogar der bewusste Gebrauch des Orientalismus einen Schritt voranbringen.“
(aus: The Phantom of "Minjok Art" in: 2 or 3 Tigers Online-Publikation )

Park Chan-kyong lebt als Künstler und Filmemacher in Seoul. Seine Arbeiten setzen sich in erster Linie mit dem Kalten Krieg und der Teilung Koreas auseinander. Seit 2008 thematisiert er in Fotos, Videos und filmischen Arbeiten Koreas einheimischen Glauben und den Schamanismus. In letzter Zeit wurden seine Arbeiten in Einzelausstellungen der Tina Kim Gallery in New York (2016) und bei InIVA in London (2015) gezeigt. Davor war unter anderem die Ausstellung Sindoan im Atelier Hermès (2012) in Seoul und bei Redcat (2010) in Los Angeles zu sehen. 2014 war Park künstlerischer Leiter der 8. SeMA Biennale Mediacity in Seoul. International war er vertreten auf der Taipei Biennale (2016), am National Museum of Modern and Contemporary Art (2016) in Gwacheon, Korea, sowie in der Seouler Fassung der HKW-Ausstellung Animism (2013) und beim Korean Film Festival (2012) in Washington, DC.