Fr, 08. April 2016

Eröffnung | Souffleure des Subtexts

Mit Bernd Scherer (HKW), Christina Weiss (Schering Stifung), Marcel Beyer (Kurator, Schriftsteller)

Souffleure des Subtexts

Werkstattgespräch mit Hans-Jörg Rheinberger und Hanns Zischler

1969 machen sich zwei Berliner Studenten daran, De la Grammatologie des hierzulande noch kaum bekannten französischen Philosophen Jacques Derrida zu übersetzen – eine Gemeinschaftsarbeit, die bis heute überall in den Geisteswissenschaften ihre Spuren hinterlässt.

Nach 45 Jahren nehmen der Wissenschaftshistoriker und Molekularbiologe Hans-Jörg Rheinberger und der Schriftsteller und Schauspieler Hanns Zischler ihre Übersetzung der Grammatologie erneut in Augenschein – „Weil unser Deutsch besser geworden ist.“

Der Schriftsteller und Kurator Marcel Beyer lebt in Dresden. Er schreibt Gedichte, Romane, Essays, Libretti. 2008 war er Gast am Max Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin, 2015 Fellow der Kolleg-Forschergruppe Bild Evidenz an der Freien Universität Berlin. 2016 hielt er die Frankfurter Poetik-Vorlesungen an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Zuletzt erschienen der Gedichtband Graphit (2014) und die Essaysammlung Sie nannten es Sprache (2016).

Hans-Jörg Rheinberger ist Molekularbiologe und Wissenschaftshistoriker. Er studierte Philosophie, Linguistik und Biologie in Tübingen und Berlin. Er ist Honorarprofessor für Wissenschaftsgeschichte an der TU Berlin, Dr. h.c. der ETH Zürich, Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften sowie der Leopoldina und ehemaliger Direktor am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin. Seine gegenwärtigen Interessensschwerpunkte sind die Geschichte und die Aktualität des Experiments als Lebensform und die Beziehungen zwischen den Künsten und den Wissenschaften.

Hanns Zischler arbeitet als Schriftsteller, Schauspieler, Fotograf und Übersetzer. Er hat kein Studium absolviert, sondern lediglich gehört und die dabei empfangenen Impulse nach eigenem Gutdünken für sich zu nutzen versucht. Seit 1967 wirkt er in Kino- und Fernsehfilmen als Darsteller mit. Geschrieben hat er u. a. den Essay Kafka geht ins Kino (1996), Nase für Neuigkeiten – Vermischte Nachrichten von James Joyce (mit Sara Danius) und die Erzählung Das Mädchen mit den Orangenpapieren (2014). 2009 erhielt er den Heinrich-Mann-Preis der Berliner Akademie der Künste. Er hatte Fotoausstellungen in Köln, Berlin, München und Chaumontsur-Loire. 2006 gründete er den Alpheus Verlag.