Fr, 30. Mai 2014

Tōhoku Trilogy - The Sound of the Waves

Hamaguchi Ryusuke, Ayako Saito, Sakai Ko, Eduardo Thomas und Koyo Yamashita

Sakai Ko and Hamaguchi Ryusuke, The Sound of the Waves, 2011 | Photo © silent voice

Sakai Ko and Hamaguchi Ryusuke, The Sound of the Waves, 2011 | Photo © silent voice

Zwischen 2011 und 2013 führten die Filmemacher Sakai Ko und Hamaguchi Ryusuke eine Reihe von Gesprächen mit Bewohnern der Region Tōhoku in Japan, einem Gebiet, das sowohl vom Erdbeben wie auch vom Tsunami im März 2011 schwer betroffen war.

Hieraus entstanden drei Filme, die als Tōhoku-Trilogie bekannt wurden: Nami no oto (The Sound of the Waves, 2011), Nami no koe (Voices from the Waves, 2013) und Utau hito (Storytellers, 2013). Alle drei zeigen die Befragten in der Halbtotalen, während sie Erinnerungen an das Erdbeben und den Tsunami vortragen, mukashi banashi – Volkserzählungen des ländlichen Lebens voller sprechender Tiere – sowie allgemeine Betrachtungen über das Leben in Tōhoku. In Bezugnahme auf die reichhaltige volkstümliche Tradition des Geschichtenerzählens, gehen die Filme der Komplizenschaft nach, die zwischen Sprechern und Zuhörern entsteht. Siedokumentieren, wie ein einzelnes Ereignis durch den Akt des Erzählens tausend Leben zu führen vermag und wie verschiedene Stimmen – die Motoren des Erzählens – aus diesem einen Ereignis ein verwandtes und doch unverwechselbares Stück des Geschichtenerzählens machen. Die Trilogie spiegelt das Geschichtenerzählen als einen transformativen und befähigenden Vorgang, in den sich gesellschaftliche und politische Implikationen – wie in dieser kürzlich so verwüsteten Region – einschreiben.
Im Anschluss an jede Filmvorführung findet ein Gespräch mit den Filmemachern und -kuratoren Eduardo Thomas und Koyo Yamashita sowie der Filmtheoretikerin Ayako Saito statt.


The Sound of the Waves Sakai Ko und Hamaguchi Ryusuke (Japan 2011), 142 min