Sa, 15. März 2014

Von Tschetschenien bis Syrien

Jonathan Littell im Gespräch mit Eyal Weizman

Die Literatur von Jonathan Littell, vor allem sein Bestseller Die Wohlgesinnten, zeichnet sich durch eine entschieden forensische Sensibilität für Räume, Ruinen und den menschlichen Körper aus. In diesem Gespräch werden die Ursprünge von Littells literarischer Sensibilität auf seine Arbeit als humanitärer Helfer während des Tschetschenienkriegs und seines späteren Kriegsjournalismus in Syrien und anderswo zurückverfolgt.


Jonathan Littell ist Autor des Romans Les Bienveillantes (Gewinner des Prix Goncourt und des Literaturpreises der Académie Française, Éditions Gallimard, 2006), auf Deutsch erschienen unter dem Titel Die Wohlgesinnten, und einiger anderer Werke. Davor war er für die NGO Action Contre la Faim in Bosnien, Tschetschenien, Afghanistan und der Demokratischen Republik Kongo tätig.


Eyal Weizman ist Architekt, Professor für Spatial and Visual Cultures und Direktor des Centre for Research Architecture am Goldsmiths, University of London. Seit 2011 leitet er außerdem das Projekt Forensic Architecture. 2007 war er Mitbegründer des Architekturkollektivs DAAR (Decolonizing Architecture Art Residency) im palästinensischen Beit Sahour. Zu seinen Büchern gehören Mengele’s Skull: The Advent of a Forensic Aesthetics (Sternberg Press, 2012, mit Thomas Keenan), The Least of all Possible Evils: Humanitarian Violence from Arendt to Gaza (Nottetempo 2009; Verso, 2011), Hollow Land (Verso, 2007) und A Civilian Occupation (Verso, 2003). Er arbeitete weltweit mit einer Vielzahl von NGOs und war im Vorstand von B’Tselem. Eyal Weizman studierte Architektur an der Architectural Association in London und promovierte am Birkbeck College/London Consortium, University of London.