Sa, 15. März 2014

Keynote: Luis Moreno Ocampo

Luis Moreno Ocampo im Gespräch mit Brenna Bhandar, Einführung: Thomas Keenan

Von den Prozessen gegen Mitglieder der argentinischen Miltärjunta in den 1980er-Jahren bis zu seiner Tätigkeit als erster Chefankläger am Internationalen Gerichtshof in Den Haag 2003–2012 hat sich Luis Moreno Ocampo immer für die Anwendung neuer Verfahren der Beweisführung gegen Völkermord und Menschenrechtsverletzungen eingesetzt. In seiner Keynote setzt Ocampo die Forensik in der Beweisführung von Kriegsverbrechen sowie die Innovationen in diesem Bereich in Verbindung mit seiner Arbeit.


Luis Moreno Ocampo war 2003-2012 Chefankläger am Internationalen Gerichtshof (IStGH) in Den Haag und immer an vorderer Stelle bei der Anwendung des Rechts gegen Völkermord und Menschenrechtsverletzungen. Als Assistent des Staatsanwalts Julio César Strassera war er bereits 1984 an den ersten Prozessen gegen Verbrechen der argentinischen Militärdiktatur beteiligt. Von 1987 bis 1992 war er als Generalstaatsanwalt von Buenos Aires tätig. Als Chefankläger am IStGH beantragte er 2008 einen Haftbefehl gegen den sudanesischen Präsidenten Umar Ahmad al-Baschir wegen Völkermords, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen, womit am IStGH erstmals ein Prozess gegen ein amtierendes Staatsoberhaupt geführt wurde. Ocampo lehrte Rechtswissenschaften an der Universität in Buenos Aires und den Universitäten von Yale und Harvard. Er war tätig im Beirat von Transparency International (TI) und führte den Vorsitz der TI-Dienstellen in Lateinamerika und in der Karibik. Seit Herbst 2013 ist er ein Senior Fellow des Jackson Institute for Global Affairs an der Universität von Yale.