Der Tirailleurs Reader zeichnet die Geschichte der sogenannten Tirailleurs nach: Truppen, die seit dem späten 19. Jahrhundert aus den französischen Kolonien rekrutiert wurden, um in den Kriegen Europas zu kämpfen. Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Niederlage der Nazis verdrängte die blanchiment-Kampagne (dt. Weißwaschen) der Regierung Charles de Gaulles die Geschichten dieser Soldat*innen an den äußersten Rand der europäischen Nachkriegsgeschichte. Der Tirailleurs Reader erweitert den umstrittenen Begriff über seine spezifische Verwendung im französischen Kolonialkontext hinaus und untersucht die lange Geschichte der Rekrutierung von Soldat*innen im Ausland, oft in den Kolonien für Kriege in fernen Ländern als ein historisches und aktuelles sozialpolitisches Phänomen. Er beleuchtet ihr Erbe vor dem Hintergrund der aktuellen Neubewertung bisher unumstößlicher Narrative über die Nachkriegszeit.