Walking the Rope: A Reading Circle on Bios, Norms, and Utopias
Mit Zas Ieluhee und Sara Morais dos Santos Bruss
Aktivierung und Künstlergespräch
Sa., 23.5.2026
16:00
Sylvia Wynter Foyer
Auf Englisch
Eintritt frei

Zas Ieluhee, Eye is a Witness (2021) aus der Reihe QEP. Courtesy the artist
KI und digitale Zwillinge werden oft als Echtzeit-Avatare dargestellt und knüpfen an eine lange Geschichte von Infrastrukturen an, die Stereotypen automatisieren und reproduzieren. Gleichzeitig haben diese Systeme das Potenzial, Stereotypen als das zu entlarven, was sie wirklich sind: Narrative, die Menschen in Schach halten und Gemeinschaften an ihren Platz verweisen. Die stereotypischen Darstellungen, die in den vergangenen Jahren durch Text-zu-Bild-Generatoren manifestiert wurden, reduzieren komplexe Innenwelten auf Schemata und kulturelle Hegemonien. Somit automatisieren und reproduzieren sie historische Ungleichheiten. In dieser Aktivierung von Zas Ieluhees Installation Wùn Ná Kre ist das Publikum eingeladen, an einem Lesekreis teilzunehmen, der sich mit Fragen zu Wissenschaft und Technologie auseinandersetzt. Die Leitfrage lautet, wie eine Tradition der Wissenschaftskritik mit und durch KI fortgeschrieben werden kann. Gemeinsam mit der Künstlerin nimmt diese Session durch eine gemeinschaftliche Auseinandersetzung mit Texten Gestalt an. In diesem Rahmen wird erörtert, wie KI unsere Beziehungen zu dem verändert, was als Kanon der traditionellen Wissenschaft gilt. Zas Ieluhee stellt diese großen Texte „großer Männer“ auf den Kopf und lädt die Teilnehmenden zu einer Reflexion über und Auseinandersetzung mit der Schwarzen feministischen Theorie und den Technikwissenschaften ein. Dabei stützt sie sich auf Zitate von Marimba Ani, Sylvia Wynter und N. K. Jemisin. Die Textauszüge dienen als Einstieg in eine (Neu-)Bewertung der menschlichen Beziehungen zur KI, die nicht in stereotype Fixierungen verfällt.