Fr, 11. Januar 2013

Friktionen

Impuls: smudge studio: Elizabeth Ellsworth (School of Media Studies, New School for Public Engagement, New York) und Jamie Kruse (Künstlerin, Designerin, New York). Response: Dipesh Chakrabarty (Department of History, University of Chicago, New York), Akeel Bilgrami (Department of Philosophy, Columbia University, New York), Renée Green (Department of Architecture, Massachusetts Institute of Technology, Cambridge), Paulo Tavares (Department of Visual Cultures, Goldsmiths, University of London). Moderation: Lorraine Daston (Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin)


Die Gleichzeitigkeit von menschlichen und nicht-menschlichen, geologischen und technologischen, planetarischen und galaktischen Zeitskalen verlangt nach einer Diskussion über die Werkzeuge, die zur Bewertung von Veränderungen in Zeit und Raum zur Verfügung stehen. Führt die anthropozäne Perspektive auf den Menschen als „Naturgewalt“ zu Spannungsverhältnissen mit der „Natur“ und fordert sie, unsere (Inter)-Aktionen in einer Form zu kontrollieren, die das ökologische Gleichgewicht gefährden kann? Welche institutionellen Neuorientierungen sind notwendig, um Formen zukünftigen Regierens im Anthropozän zu entwerfen, in denen sich demokratische Prozesse entfalten können? Inwieweit können Reflexionen über Raum-Zeit-Friktionen konkrete Entscheidungsprozesse für die Zukunft – Recht, Politik oder Umwelt betreffend – beeinflussen?



Akeel Bilgrami (New York) ist Johnsonian Professor of Philosophy an der Columbia University und Gründungsmitglied des dortigen Committee on Global Thought. Seine Essaysammlung "Politics and the Moral Psychology of Identity" (Harvard University Press) erscheint 2013.Er arbeitet an zwei Büchern mit den Titeln "What is a Muslim?" (Princeton University Press) und "Gandhi, The Philosopher". Sein aktuelles Buchprojekt behandelt Praktische Vernunft und Politik.


Dipesh Chakrabarty (Chicago) ist Professor am Department of History und dem Department of South Asian Languages and Civilizations an der University of Chicago. Er ist Gründungsmitglied und Mitherausgeber der Zeitschrift Postcolonial Studies. Seine aktuellen Projekte befassen sich mit den Implikationen des Klimawandels für das politische und historische Denken, für Demokratie und politisches Denken in Südasien und der Kulturgeschichte des muslimisch-bengalischen Nationalismus.


Renée Green (Cambridge, Massachusetts) ist Künstlerin, Filmemacherin und Autorin. Sie ist Professorin und Direktorin von ACT – Program in Art, Culture and Technology am MIT. Sie untersucht Wechselbeziehungen und zeitliche Austauschprozesse sowie Lücken und Verschiebungen der öffentlichen wie privaten Erinnerung. Ein weiterer Schwerpunktihrer Arbeit liegt auf den Auswirkungen einer sich verändernden transkulturellen Sphäre und der Frage, was heute theoretisch und praktisch möglich ist.


smudge studio (New York) ist ein von Jamie Kruse (Künstlerin, Designerin) und Elizabeth Ellsworth (Professorin für Medienstudien an der New School, New York) gegründetes Medienkunstkollektiv. Ihr aktuelles Projekt befasst sich mit Orten und Momenten, in denen das Geologische und das Menschliche aufeinandertreffen. In kreativer Form beziehen sich die beiden auf die komplexen Kräfte, denen sie dort begegnen: das Natürliche, Gebaute, Historische, Soziale, Strategische und Imaginierte. Die 2012 gemeinsam herausgegebene Essaysammlung trägt den Titel "Making the Geologic Now: Material Conditions of Contemporary Life" (punctum books).


Paulo Tavares (London/Quito) ist Architekt und Stadtplaner, lehrt am Goldsmiths, University of London und derzeit auch an der Architecture School of the Catholic University of Ecuador. Seine Themengebiete sind die Politik des Raums, Ökologie und Medien. Seine jüngeren Arbeiten beschäftigen sich mit den Beziehungen zwischen Umweltgewalt und dem Gesetz anhand des bewaffneten Konflikts in Guatemala und der Kolonisierung des Amazonasgebiets während der Militärherrschaft in Brasilien.


Eine Veranstaltung im Rahmen von
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