Fr, 11. Januar 2013

Der Mensch nach dem Ende der Natur

2013 bietet das HKW neue Formate der kulturellen Bildung für Erwachsene an. Wer sich für neue Fragen in Kunst und Wissenschaft interessiert findet im HKW.Wissensclub den richtigen Rahmen. Im Gespräch mit Künstlern und Wissenschaftlern werden die Themen aufgegriffen, die aus den Ausstellungen, Musikprojekten und Diskursveranstaltungen hervorgehen.

Im HKW.Wissensclub # 1 geben die Naturwissenschaftler Reinhold Leinfelder und Christian Schwägerl eine Einführung in das Denkmodell des Anthropozän. Die Anthropozän-These besagt im Kern, dass unsere Vorstellung von Natur überholt ist: Der Mensch formt die Natur.,: Warum erklärt die Geologie das Zeitalter des Holozäns für beendet? Worin liegt die wissenschaftliche Überzeugungskraft?

Im Gespräch mit der Literaturwissenschaftlerin Ursula K. Heise geht es um die Frage, was das Anthropozän für unser Bild des Menschen bedeutet. Inwiefern muss sich der Mensch heute als biologische Art neu denken? Was bedeutet es für unser Verständnis der Gesellschaft? Welche politischen Fragen werfen sich auf?


Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt


Ursula K. Heise (Los Angeles) ist Professorin für Anglistik an der UCLA und war 2011 Guggenheim Fellow. Ihre Schwerpunkte in Forschung und Lehre sind zeitgenössische Literatur, ökologische Kultur auf dem amerikanischen Kontinent, in Westeuropa und Japan, die ökologischen Geisteswissenschaften und Theorien der Modernisierung und Globalisierung in ihren kulturellen Dimensionen. Sie ist Autorin von u. a. "Sense of Place and Sense of Planet: The Environmental Imagination of the Global" (2008) und "Nach der Natur: Das Artensterben und die moderne Kultur" (2010).


Reinhold Leinfelder (Berlin) ist Geologe und Professor an der Freien Universität Berlin (Leiter der AG Geobiologie und Anthropozänforschung) und am Rachel Carson Center for Environment and Society an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen und des Sachverständigenbeirats für Naturschutz und Landschaftspflege des Landes Berlin.


Christian Schwägerl (Berlin) ist Journalist und Autor. Sein Interesse gilt den Veränderungen in Wissenschaft und Ökologie und deren Konsequenzen für Politik und Gesellschaft. Der Autor von Menschenzeit. Zerstören oder gestalten? Die entscheidende Epoche unseres Planeten (Riemann Verlag) und 11 drohende Kriege. Künftige Konflikte um Technologien, Rohstoffe, Territorien und Nahrung (C. Bertelsmann Verlag) erhielt den Georg von Holtzbrinck Preis für Wissenschaftsjournalismus und den econsense Journalistenpreis. Er ist Projektleiter und Kurator des Anthropozän-Projekts.


Eine Veranstaltung im Rahmen von
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