Do, 10. Januar 2013

Visuelle Positionen

Präsentationen von Harun Farocki (Filmemacher und Künstler, Berlin), Gloria Meynen (Lehrstuhl für Medientheorie & Kulturgeschichte, Zeppelin Universität Friedrichshafen) und smudge studio: Elizabeth Ellsworth (School of Media Studies, New School for Public Engagement, New York) und Jamie Kruse (Künstlerin, Designerin, New York). Moderation: Karin Harrasser (Institut für Medien- und Kulturwissenschaften, Kunsthochschule für Medien Köln)


Das Programm präsentiert drei miteinander verwandte Positionen, die sich alle mit der Rolle von Bildern und bildlichen Darstellungen in unseren Weltgestaltungs-Prozessen auseinandersetzen. Harun Farocki zeigt und diskutiert seinen Film Parallele (2012), eine Untersuchung von Naturdarstellungen in digitalen Animationen, in der er Realitätseffekte und die evolutionäre Geschichte einer „virtuellen“ zweiten Natur dokumentiert. Worauf die Bildwelten wissenschaftlicher Darstellungen basieren, analysiert die Medientheoretikerin Gloria Meynen am Beispiel geometrischer, kartografischer und künstlerischer Praktiken. Einen transdisziplinärem Blick auf Begegnungen zwischen Mensch und Geologie trägt schließlich das Künstlerkollektiv smudge studio bei. Die multimediale Untersuchung von Orten, die sich in „Tiefenzeit“ befinden, lässt Momente aufscheinen, die neue Perspektiven auf das komplexe Gebiet der zeitgenössischen Geo-Kultur eröffnen.


Harun Farocki (Berlin) ist Autor, Filmemacher und Kurator. Er studierte an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb), von der er 1968 aus politischen Gründen relegiert wurde. Seit 1966 hat er über 100 Produktionen für Fernsehen und Film realisiert, von 1974 bis 1984 war er Redakteur der einflussreichen Zeitschrift Filmkritik. Von 2006 bis 2011 lehrte er an der Akademie der Bildenden Künste Wien.


Karin Harrasser (Köln) lehrt und forscht an der Kunsthochschule für Medien in Köln und arbeitet über die Kultur- und Wissensgeschichte der Prothetik. Weitere Forschungsprojekte beschäftigen sich mit Gender, Medien und Technologien, Theorien des Subjekts/Theorien des Objekts sowie Popkultur/Science-Fiction. Karin Harrasser war eine der künstlerischen und wissenschaftlichen Leiterinnen des Projekts "Die Untoten: Life Sciences & Pulp Fiction".


Gloria Meynen (Berlin/ Friedrichshafen) promovierte mit ihrer Dissertation Büro: Die Erfindung der Schreibfläche. Von 2000 bis 2006 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin der Forschungsgruppe Bild-Schrift-Zahl am Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik (Humboldt-Universität zu Berlin). Von 2006 bis 2011 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am NFS Bildkritik/ NCCR Iconic Criticism an der Universität Basel. Seit 2012 vertritt sie den Lehrstuhl für Medientheorie & Kulturgeschichte an der Zeppelin Universität, Friedrichshafen.


smudge studio (New York) ist ein von Jamie Kruse (Künstlerin, Designerin) und Elizabeth Ellsworth (Professorin für Medienstudien an der New School, New York) gegründetes Medienkunstkollektiv. Ihr aktuelles Projekt befasst sich mit Orten und Momenten, in denen das Geologische und das Menschliche aufeinandertreffen. In kreativer Form beziehen sich die beiden auf die komplexen Kräfte, denen sie dort begegnen: das Natürliche, Gebaute, Historische, Soziale, Strategische und Imaginierte. Die im Dezember 2012 gemeinsam herausgegebene Essaysammlung trägt den Titel "Making the Geologic Now: Material Conditions of Contemporary Life" (punctum books).


Eine Veranstaltung im Rahmen von
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