Sa, 08. Dezember 2007

Präsentationen, Gespräche, Diskussionen

Wochenende I

DI/VISIONS. Kultur und Politik im Nahen Osten: Wochenende I

DI/VISIONS. Kultur und Politik im Nahen Osten: Wochenende I

DI/VISIONS nimmt sich vor, die kulturellen und politischen Binarismen zu hinterfragen, von denen die vorherrschenden Vorstellungen über die Region geprägt sind. An zwei Wochenenden wird das Haus zu einem Forum für Gespräche und Diskussionen mit Intellektuellen und Künstlern aus unterschiedlichen Gebieten. Dem herkömmlichen Wortschatz zur Beschreibung der Region sollen neue Bedeutungen abgewonnen werden - durch eine vergleichende, multidisziplinäre und multimediale Auseinandersetzung mit den gegenwärtigen Quellen, Sprachformen und Mechanismen der Krise, aber auch des Widerstands.


16-18 h

Exil und Rückkehr im israelischen und palästinensischen Diskurs: zwischen Teilung und Koexistenz

Was ist die angemessene Formel – und der angemessene Prozess –, der zu einer Form der Koexistenz zwischen Israelis und Palästinensern führt, nicht der Logik der Teilung folgt und den Anderen nicht als koloniale oder demografische Gefahr betrachtet?

Präsentation: Amnon Raz-Krakotzkin. Round-Table-Diskussion mit Meron Benvenisti, Sari Hanafi und Nadim Rouhana


19-21 h

Die politische Teilung des Raumes: Konfessionalismus, Mauern, regionale und urbane Remappings

Wie sind moderne Formen des Sektierertums entstanden, die Länder wie den Libanon, Irak oder Palästina in rivalisierende Sekten geteilt haben? Was ist die Beziehung dieser Teilungen zu der Weise, in der soziale und politische Probleme angegangen und vertuscht werden – im Irak, im Libanon, in Palästina und anderswo?

Präsentation: Ussama Makdisi, Die Modernität des Konfessionalismus. Round-Table-Diskussion mit Mona Abaza, Sinan Antoon, Meron Benvenisti, Emmanuelle Demoris und Ussama Makdisi


>>> Sonntag, 09. Dezember 2007, ab 16h: Filmscreenings und Diskussion mehr...


Teilnehmer:

Mona Abaza ist Professorin für Soziologie an der American University in Kairo. Abaza forscht zu religiösen Netzwerken zwischen Nahost und Südostasien und zu Veränderungen der Konsumkultur. Ihre jüngste Veröffentlichung ist „Changing Consumer Cultures of Modern Egypt“ (Leiden/ Boston, 2006).

Sinan Antoon, in Bagdad geborener Dichter, Schriftsteller und Filmemacher, ging 1991 ins Exil. 2004 kehrte er in den Irak zurück und drehte dort „About Baghdad“, eine Dokumentation über das Leben seiner Landsleute nach der US-amerikanischen Invasion. Er unterrichtet an der Gallatin School, New York, und ist Mitherausgeber zahlreicher Publikationen, u.a. des „Middle East Report“.

Meron Benvenisti ist Autor, Politikwissenschaftler und Kartograf. 1971-78 war er stellvertretender Bürgermeister von Jerusalem. Benvenisti ist Kritiker der israelischen Palästina-Politik und vertritt eine binationale Lösung des Nahostkonflikts. Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen zählt „Sacred Landscape: Buried History of the Holy Land Since 1948“ (UC Press, 2002). Er lebt in Jerusalem.

Der Historiker Ussama S. Makdisi hält den ersten Lehrstuhl für Arabistik der Arab-American Education Foundation an der Rice University, Houston. Er ist u.a. Autor von „The Culture of Sectarianism: Community, History, and Violence in Nineteenth-Century Ottoman Lebanon” (UC Press, 2000). Makdisi lebt in Houston und Beirut.

Amnon Raz-Krakotzkin lehrt Jüdische Geschichte an der Ben Gurion Universität in Be´er Sheva und ist einer der prominentesten Befürworter eines binationalen Auswegs aus dem israelisch-palästinensischen Konflikt. Er war Fellow des Wissenschaftskollegs Berlin und ist Mitglied des Forschungsprogramms „Europa im Nahen Osten – der Nahe Osten in Europa“. Zu seinen Publikationen zählen u.a. „Orientalism, Jewish Studies and Israeli Society“ sowie „Exile et Binationalisme” (Paris, 2007). Raz-Krakotzkin lebt in Jerusalem.

Der palästinensische Sozialpsychologe Nadim Rouhana lehrt er am Institute for Conflict Resolution an der George Mason University, Arlington. In seinem Buch „Palestinian Citizens in an Ethnic Jewish State: Identities in Conflict” (Yale UP, 1997) untersucht Rouhana die Situation arabisch-palästinensischer Bürger Israels.