Do, 06. Mai 2021

Nightingala

Nachtigall | Foto: Ville Tantu

Nachtigall | Foto: Ville Tantu

Berlin ist die Stadt der Nachtigallen. Die Vögel lieben das Unterholz der Großstadt – und dem Jazzmusiker und Philosophieprofessor David Rothenberg zufolge auch den urbanen Geräuschpegel. Nachtigallen nehmen die Klänge ihrer Umgebung auf, ahmen sie nach und reagieren auf sie – ob menschliche Stimmen oder Straßenlärm. Die eigentümlichen Kompositionen aus Zwitschern, Tschilpen, Schwirren und Surren und die schnelle Rhythmik aus Trillern, Klick- und Pfeifgeräuschen, Gurgeln und Glucksen erinnern dabei mehr an Techno als an süße Melodien. Rothenberg, der schon mit Walen und Insekten, mit Wind und Wasser musizierte, ließ seine Begegnungen mit den Berliner Nachtigallen in ein Album, einen Film und ein Buch einfließen. Dazu hat er mit Nachtigallen in Hasenheide, Treptower Park und Tiergarten gejammt und mit Neuro- und Verhaltensbiolog*innen über Klang und Kommunikation der Singvögel gesprochen. Entstanden ist eine poetische Kulturgeschichte der Nachtigall, die gleichzeitig die Beziehung zwischen Geräusch, Musik und Poesie erforscht.

Anlässlich der beginnenden Berliner Nachtigallsaison lädt Rothenberg das Publikum ein zu einem nächtlichen Konzertspaziergang mit Berliner Musiker*innen und den Nachtigallen des Tiergartens.