Sa, 20. Januar 2018

The Game / Rostov-Luanda

R: Abderrahmane Sissako, Turkmenistan / Mauretanien 1988, 23 min, arab. OmE / 1997, 80 min, OmdU

Filmstill aus Rostov-Luanda (Abderrahmane Sissako, 1997). Courtesy Institut Francais

Filmstill aus Rostov-Luanda (Abderrahmane Sissako, 1997). Courtesy Institut Francais

The Game / Rostov-Luanda

The Game (Le jeu): Ahmeds Vater ist Soldat auf einem Schlachtfeld irgendwo in der Welt. Er hat nur einen einzigen Tag Urlaub, den er mit Frau und Sohn verbringen kann. Anschließend muss er zurück an die Front. Unterdessen vergnügen sich die Kinder mit Kriegsspielen. Sie spiegeln mit ebenso unschuldiger wie unheimlicher Grausamkeit die Welt, in der sie aufwachsen.

Der in Mauretanien geborene und in Mali aufgewachsene Abderrahmane Sissako erhielt nach seinem Schulabschluss ein Stipendium, um in Moskau Film zu studieren. Um Russisch zu lernen wurde er zuvor für ein ganzes Jahr nach Rostow am Don geschickt. Auf der endlosen Zugfahrt von Moskau nach Rostow traf er den aus Angola stammenden Baribanga, der auf dem Weg in die gleiche Sprachschule war und mit dem er sich in diesem Jahr anfreundete. Fast zwei Jahrzehnte später beschließt Sissako, nach Baribanga zu suchen. Rostov-Luanda erzählt zwei Geschichten: eine von der Suche nach einem lang verlorenen Freund und eine zweite von der Begegnung mit dem zeitgenössischen Angola. Gleichzeitig geht es in diesem Film um eine persönliche Rückschau, um einen Abschied und eine Reise, die von Mauretanien nach Mali und dann weiter in die ehemalige Sowjetunion führt, bis sie schließlich in Angola endet. Rostov-Luanda verknüpft die Geschichten vieler Länder und zeichnet ihre Verbindungslinien nach. Aus den Wirrungen eines Kontinents entsteht ein sinnliches Erlebnis und so etwas wie eine handgreifliche Geschichte Afrikas.