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So, 21. Januar 2018

Gabrielle Chomentowski: Traveling to Study Cinema: The African Students in the USSR in the 1960s–1970s

Didi Ould Nana, ein mauretanischer Student des Studiengangs Kamera. | Courtesy VGIK-Archive, vgik.info

Didi Ould Nana, ein mauretanischer Student des Studiengangs Kamera. | Courtesy VGIK-Archive, vgik.info

In ihrem Vortrag beleuchtet Chomentowski die bisher wenig erforschten Reisen einiger afrikanischer Studierender, die zwischen der Ausrufung der Unabhängigkeit in ihren Heimatländern und dem Zusammenbruch der Sowjetuninon nach Russland reisten, um dort das Filmhandwerk zu lernen. Fast alle dieser Filmstudierenden kehrten später in ihre Heimatländer zurück und hatten sowohl dort als auch in Hinblick auf den afrikanischen Kontinent insgesamt großen Einfluss auf die Entwicklung des Films. Chomentowski erörtert, wie die Sowjetunion zu einigen afrikanischen Ländern eine für beide Seiten fruchtbare menschliche, technische und ästhetische Beziehung wurde: So entstand in dieser Zeit ein Netzwerk, das weit über die Filmgeschichten der einzelnen Länder hinausging und heute auf eine globale Geschichte des Films hinweist.

Gabrielle Chomentowski ist Politikwissenschaftlerin und Historikerin und beschäftigt sich mit sowjetischem Kino und sowjetischer Politik. Derzeit arbeitet sie zu den künstlerischen, ideologischen und politischen Verbindungen zwischen der Sowjetunion, Afrika und dem Nahen Osten in den 1950er bis 80er Jahren. Sie ist Autorin zahlreicher Artikel sowie des Buches Filmer l’Orient. Politique des nationalités et cinéma en URSS 1917–1938 (2016). Chomentowski unterrichtet Mediengeschichte an der Sorbonne.