Fr, 01. August 2014

Norberto Lobo

Norberto Lobo | Foto: privat

Norberto Lobo | Foto: privat

Seine Musik gehört keiner Schule an, er fliegt mit seiner Gitarre durch Zeit und Raum – geprägt von der Bossa Nova, berührt er Bluegrass Jazz ebenso wie British Folk oder Tamburaspiel.

Zahlreiche Heldengeschichten zwischen Brasilien und Portugal wurden mit der Gitarre geschrieben, von Baden Powell bis Carlos Paredes. Mit dem jungen Portugiesen Norberto Lobo wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. Lobo, Jahrgang 1982, besuchte keine Musikhochschule, und seine Musik gehört auch keiner Schule an. Aber sie fliegt geradezu durch die Historie, ist zutiefst geprägt von der Bossa Nova, zehrt aber auch von Bluegrass, Jazz, British Folk, der „New Primitive“-Schule um John Fahey oder der atonalen Klang-Ästhetik der Neuen Musik. Sie lässt die E-Gitarre oder sogar die Tambura mitklingen, eine östliche Cousine der Gitarre, ohne dass der Charakter des Musikers je hinter Zitathaftigkeit verschwindet. Lobo selbst sagt, er höre bei Kollegen „nie den Stil, sondern immer den Musiker“. Genau so sollte seine Musik gehört werden, aber ehrlich gesagt: Bei ihm geht es gar nicht anders.