Wings of Takasago Giyutai
Futuru C. L. Tsai, 2021, Taiwan, 65', Mandarin mit englischen Untertiteln. Courtesy Futuru C. L. Tsai 

Eine behutsame Auseinandersetzung mit Erinnerung und kolonialer Vergangenheit: Der Film zeichnet die Geschichte der Takasago Giyutai nach, einer Indigenen taiwanesischen Militäreinheit im Zweiten Weltkrieg. In einer Überblendung von Archivmaterial und persönlichen Reflexionen thematisiert Tsai die Spannungen zwischen Pflicht, Identität und der Auslöschung marginalisierter Geschichten und schafft damit eine poetische Erkundung von Vermächtnis und Gedenken. 

Cornwallis Cloth
Tony T., Rebecca Goldstone, 2025, Vereinigtes Königreich, 23', barbadischer Dialekt mit englischen Untertiteln. © Sweet Patootee Arts  

Inspiriert von mündlichen Überlieferungen und Archivfragmenten lässt Cornwallis Cloth lange übersehene karibische Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs in eindringlichen Bildern aufleben. Angesiedelt in einem mondbeschienenen Garten auf Barbados im Jahr 1942, verwebt der Film Klang, Performance, Calypso und Satire. Der Angriff auf die SS Cornwallis bildet dabei den Ausgangspunkt, Schwarzes karibisches Leben jener Zeit plastisch darzustellen. Poetisch und dramatisch zugleich erkundet Cornwallis Cloth zentrale Fragen rund um Loyalität, Freiheit und eine sich formierende postkoloniale Identität. 

Cabascabo
Oumarou Ganda, 1968/69, Niger, 45', Zarma/Französisch mit englischen Untertiteln. Courtesy Argos Films  

In Anlehnung an seine eigene Geschichte zeichnet Ganda das Bild eines nigrischen Soldaten, der aus dem Indochinakrieg zurückkehrt. Seine Heimkehr macht ihm schmerzhaft klar: Statt der erträumten Heldenrolle sind ihm Misstrauen und Elend beschieden. In einem kargen, neorealistischen Stil gedreht, zeigt der Film die Desillusionierung afrikanischer Veteranen, deren Opferbereitschaft keine Anerkennung fand. 

Indigènes (Tage des Ruhms)
Rachid Bouchareb, 2006, Frankreich/Marokko/Belgien/Algerien,123', Arabisch/Französisch mit englischen Untertiteln. Courtesy 3B Productions 

Boucharebs Spielfilm folgt nordafrikanischen Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg für Frankreich kämpften. Ihnen wurde Gleichberechtigung versprochen, doch in der Realität waren sie als Soldaten zweiter Klasse nicht nur mit der Brutalität des Krieges, sondern auch der Ungerechtigkeit der kolonialen Hierarchie konfrontiert. Mit starken Darbietungen macht Indigènes jene vergessenen Veteranen sichtbar, deren Opfer lange verleugnet wurden, obgleich sie eine nachhaltige politische Veränderung anstießen.

Das Walk-in-Kino ist das begleitende Filmprogramms zur Ausstellung Tirailleurs.