Was passiert, wenn wir zusammenkommen? In einer Zeit, in der Geschichten, Identitäten und Lebenserfahrungen weiterhin ausgelöscht, zum Schweigen gebracht oder falsch dargestellt werden, stellt der Salon ein Refugium dar. Er bietet einen Ort, an dem wir gemeinsam zuhören, uns erinnern, uns Dinge vorstellen und miteinander sprechen können. Inspiriert vom Vermächtnis der Nardal-Schwestern und ihrem einflussreichen Pariser Salon geht dieses Podiumsgespräch der Frage nach, wie zeitgenössische Formen des Salons Gemeinschaftlichkeit, Solidarität und damit auch Befreiung fördern können. Wie verwandeln wir viele individuelle Stimmen in eine einzige kollektive? Wie wird das Erzählen von Geschichten zu einer Form des Zusammenkommens, Poesie zu einem Werkzeug des Widerstands? Was steht auf dem Spiel, wenn wir einander Raum geben? 

Das Gespräch bringt drei Gästinnen zusammen, deren Arbeit im kollektiven Miteinander, im kulturellen Gedächtnis und in der Kraft des kreativen Ausdrucks verwurzelt ist. Bisrat Negassi, Lisa Anderson und Jumoke Adeyanju reflektieren über die Arbeit in und die Bedeutung von ihren jeweiligen Räumen. Sie setzen sich damit auseinander, wie kulturelle Initiativen das Zugehörigkeitsgefühl fördern und sinnvolle Plattformen für den gemeinsamen Austausch schaffen können. Das von der Community-Organisatorin und politischen Beraterin Miriam Siré Camara moderierte Gespräch lädt das Publikum dazu ein, aufmerksam zuzuhören und sich vorzustellen, welche Möglichkeiten sich ergeben können, wann immer eine kollektive Stimme geformt wird.