Wunden und Wendungen: Körper als Orte der Befreiung
Mit Souhaib Ayoub, Yael Inokai, Saskia Vogel und Olivia Wenzel, moderiert von Anna Jäger
Paneldiskussion
Fr., 5.6.2026
21:00
Angie Stardust Foyer
Eintritt frei
Auf Arabisch und Englisch, mit Simultanübersetzung ins Arabische, Deutsche und Englische
Aufgrund einer Sportveranstaltung kommt es zwischen 1. und 5. Juni 2026 zu Straßensperrungen rund um das HKW. Das Haus ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln – S-Bahn (Hauptbahnhof) und U-Bahn (Bundestag) – sowie mit dem Fahrrad oder zu Fuß erreichbar.
Wie erinnern sich Körper? Und welche Sprache sprechen sie? Die Autor*innen Souhaib Ayoub, Yael Inokai, Saskia Vogel und Olivia Wenzel diskutieren unter dem Titel Wunden und Wendungen: Körper als Orte der Befreiung über die menschliche Physis als Archiv, Medium für Zeug*innenschaft und Ursprung möglicher Veränderungen.
Wunden und ihre Narben stehen für Ereignisse, deren Folgen nicht verschwinden. Sie bewahren Spuren von Gewalt, Überleben, Migration, Intimität, Lust und Fürsorge. Sie sind nicht nur als körperliche Male sichtbar, sondern auch in Erinnerungen, Gesten und Worte eingeschrieben. Wendungen wiederum bezeichnen Momente, in denen Körper ausweichen, sich dem widersetzen, was ihnen aufgebürdet wurde, und sich damit in gewisser Weise neu erfinden. Wie lernen Schriftsteller*innen, durch ihre Arbeit auf Sehnsüchte, Ängste und Widersprüche zu reagieren? Welche Sprachen werden durch die Widerrede des Körpers möglich, wenn er sich als Ort der Befreiung behauptet? Wie kann das Schreiben Räume für neue Formen der Selbstfindung eröffnen?
Auch wenn die Autor*innen sich diesen Fragen aus jeweils unterschiedlichen Perspektiven nähern, teilen sie doch eine gemeinsame Sensibilität dafür, dass und wie Körper Geschichten und Zugehörigkeitsgefühle in sich tragen. Olivia Wenzel schreibt über Rassismus, Angst und zerrissene Identitäten, während Saskia Vogel sich mit Intimität, Sexualität und der körperlichen Dimension von Sprache und Begehren auseinandersetzt. Souhaib Ayoub spürt in seiner Arbeit persönlichen Erinnerungen und kollektiven Geschichten nach, und Yael Inokais Werke beschäftigen sich mit körperlicher Autonomie unter den Bedingungen gesellschaftlicher Kontrolle.