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Fertile Void

Den Quanten nachspüren, von der Urzeit bis zur spektralen Dichte

Vorträge, Workshops, Performances

6.–8. November 2026

Fertile Void 2026 Visual

Visual: Yukiko

Fertile Void beschäftigt sich mit den Verheißungen und Narrativen der Quantenwissenschaften und -technologien im Hinblick auf ihre Einbettung in Rituale, Kosmologien, sensorische Praktiken und Materialien. Durch künstlerische Interventionen, Diskursformate, Performances, Installationen und Workshops untersucht die Veranstaltungsreihe, wie unterschiedliche Formen des Wissens und des Seins dazu beitragen können, ein Verständnis für die sozialen Realitäten zu entwickeln, die sich aus den Quantentheoremen ergeben – werden diese Theoreme doch gegenwärtig durch den Einsatz von Technologie und neuen Materialien in greifbare Wirklichkeit umgesetzt. 2026 findet Fertile Void: Den Quanten nachspüren, von der Urzeit bis zur spektralen Dichte im Rahmen der Berlin Science Week statt. Im Zuge dieser Zusammenarbeit wird das HKW zudem im selben Zeitraum, vom 6.-8. November, auch zum Festivalzentrum der Berlin Science Week.

Das diesjährige Programm befasst sich mit der Neuordnung der Sinne auf Quantenebene und richtet dabei ein besonderes Augenmerk auf die ständigen Schwingungsbewegungen aller Materie – ein akustisches Kontinuum, das der Quantenbiologie zufolge möglicherweise eine Rolle bei der Großen Sauerstoffkatastrophe in der Frühzeit der Erde vor ca. 2,4 Milliarden Jahren gespielt hat. In jüngerer Zeit gelang es Wissenschaftler*innnen mithilfe quantenakustischer Experimente, bestimmte in Computern verbaute Teilchen, die darauf ausgelegt sind, sich im Zustand der Superposition zu halten, gewissermaßen zu „belauschen“ – Superposition bezeichnet in der Quantenphysik jenes Phänomen, bei dem ein Teilchen oder eine Welle bis zu ihrer Messung in einer gleichzeitigen Kombination verschiedener möglicher Zustände existieren kann. Das Aufspüren dieser Phononen (quantisierte Schwingungen) und der sich an ihnen zeigenden „spektralen Dichte“ – die Verteilung von Energie über verschiedene Frequenzen hinweg – scheint nun das zu verwirklichen, was bislang bloß Theorie war: das „Belauschen“ von Quantenpartikeln als ein Weg, um den vielen, sich einander überlagernden Feldern des Möglichen zuzuhören. Der zeitgenössische wissenschaftliche Diskurs nähert sich damit einem Konzept der Komponistin Pauline Oliveros an und aktualisiert es möglicherweise: dem von ihr formulierten „Quantum Listening“ als einer bewussten, aufmerksamen Form des Zuhörens und der Auseinandersetzung, die Offenheit gegenüber unterschiedlichen Formen der Interpretation voraussetzt. Im Wechsel zwischen poetischen Deutungen und wissenschaftlichen Beobachtungen fragt das diesjährige Programm: Könnte das Klangliche ein Ort sein, von dem aus eine andere Welt, oder viele andere Welten, möglich werden?