Do., 21. Oktober 2021Sa., 23. Oktober 2021

Hani Mojtahedy & Andi Toma: Forbidden Echoes

Hani Mojtahedi | Foto: Saeid Mohammadi

Hani Mojtahedi | Foto: Saeid Mohammadi

Gesang von der Spitze des Jabal Shirin: Lokalen Legenden zufolge floh die schöne Shirin – vor langer Zeit – auf einen Berg, um ihre verlorene Liebe zu betrauern. Später wurde das Gebirge in der kurdischen Grenzregion von Nordirak und Iran nach ihr benannt. Shirins auf Kurdisch überlieferte Klagelieder hat Hani Mojtahedy vor Ort neu interpretiert: Ungeachtet menschlicher Grenzziehungen hat sie ihren Gesang durch das Tal schallen lassen, in dem zahlreiche Opfer unmenschlicher Politik begraben liegen. So erreichte ihre Stimme auch die iranische Seite des Gebirges, und das Echo hallte von dort zurück, wo das Singen für Frauen nur in Chören erlaubt ist, für einzelne Sängerinnen jedoch verboten. Gemeinsam mit Mouse-on-Mars-Mitglied Andi Toma bringt Mojtahedy ihren Gesang und seinen Nachhall nach Berlin: Aufgenommen mit verschiedenen Mikrofonen schafft Toma eine Echokammer um ihre Stimme. Wie Shirins Lieder einst durch die kurdischen Berge schallten, so tut es Jahrhunderte später Mojtahedys Gesang unter dem Dachbogen des HKW – nicht nur als Installation, sondern zu drei Terminen auch live. Klang und Worte können geografische Grenzen so leicht überwinden. Kann es ein Verbrechen sein, ihnen zuzuhören?