Mi, 13. November 2019

The End of the Alphabet

Claudia Rankine in Lesung und Gespräch

Toyin Ojih Odutola | Uncertain, yet Reserved, 2012 | © Toyin Ojih Odutola. Courtesy of the artist and Jack Shainman Gallery, New York

Toyin Ojih Odutola | Uncertain, yet Reserved, 2012 | © Toyin Ojih Odutola. Courtesy of the artist and Jack Shainman Gallery, New York

I they he she we you turn
only to discover
the encounter

to be alien to this place.

-- Claudia Rankine, Citizen, 2014

Claudia Rankine | © John D. and Catherine T. MacArthur Foundation

Claudia Rankine | © John D. and Catherine T. MacArthur Foundation

Wie manifestiert sich Rassismus auf einer alltäglichen Ebene – zwischen Kolleg*innen, unter Freund*innen, bei Ärzt*innen, an der Supermarktkasse, in flüchtigen Begegnungen? Wie summieren sich diese kleinen Irritationsmomente zu etwas Umfassendem? Wie fühlt sich Einsamkeit an?

In Claudia Rankines jüngsten Lyrikbänden Citizen und Don’t Let Me Be Lonely wird das Alltägliche zur Grenzerfahrung. Lassen sich die Texte ihres Bandes The End of the Alphabet aus den späten 1990ern noch auf den ersten Blick als Gedichte identifizieren, muten ihre neueren Bände wie literarische Hybride an – Kunstwerke zwischen Prosa und Lyrik, Dokumentation und Erzählung, Wort und Bild. Ein Erzählen mit allen Mitteln, um komplexen Erfahrungen gerecht zu werden. So beschreibt sie in Citizen gleichzeitig beiläufig und eindringlich Situationen, in denen ein Ich durch vermeintlich harmlose Bemerkungen anderer markiert, isoliert oder in Frage gestellt wird. „Er hat was gesagt? Was hat sie getan? Habe ich gerade richtig gehört?“ In ihrer Anhäufung lassen Rankines Miniaturen die Irritation und die Einsamkeit, die zurückbleibt, beinahe körperlich spürbar werden. Claudia Rankine tauscht sich an diesem Abend mit Schriftsteller Senthuran Varatharajah über ihr Schreiben aus und liest aus ihrem Werk.

In Kooperation mit der American Academy in Berlin