Do, 19. April 2018

Nikita Dhawan, Christoph Möllers & Sarah Sharma – GERECHTIGKEIT

Revital Cohen & Tuur van Balen, 75 Watt, 2013, C-type print, 100 x 66 cm

Revital Cohen & Tuur van Balen, 75 Watt, 2013, C-type print, 100 x 66 cm

Der Gerechtigkeitsbegriff scheint seine Stellung als normativer Leitgedanke im politischen Diskurs eingebüßt zu haben. Gleichzeitig sind kaum neue Konzepte an seine Stelle getreten. Was sind die Grenzen von Gerechtigkeit, wo verlaufen sie und wie werden sie heute verhandelt? Wie verändert sich der Gerechtigkeitsbegriff in Zeiten wachsender globaler Ungleichheiten? Und wie universell müssen Gerechtigkeitskonzepte gedacht werden?

Nikita Dhawan, Christoph Möllers und Sarah Sharma diskutieren die Geschichte der aufklärerischen Ideale von Gerechtigkeit und Recht vor dem Hintergrund zunehmender gesellschaftlicher Asymmetrien der Gegenwart und stellen die Frage nach Gerechtigkeitskonzepten in kapitalistischen Technokulturen.

Die Politikwissenschaftlerin Nikita Dhawan wirft Fragen nach einer globalen Zivilgesellschaft und nach einem transnationalen Gerechtigkeitsbegriff auf. In ihrem Vortrag beleuchtet sie die Geschichte der Aufklärung im Hinblick auf ihre gesellschaftliche Notwendigkeit heute. Der Rechtswissenschaftler Christoph Möllers betrachtet Gerechtigkeit als ein normatives Konzept. Er hinterfragt, wie sich das Gefühl von Unrecht im gegenwärtigen Recht widerspiegelt. Die Medientheoretikerin Sarah Sharma untersucht die sozialen und technologischen Parameter heutiger Ungerechtigkeit. In ihrem Vortrag hebt sie hervor, dass soziale Erfahrung von Ungerechtigkeit zeitlich bedingt und angesichts liberaler politischer Vorgaben oft verschleiert ist.