Do, 07. September 2006

Poetry Night mit Paulo Henriques Britto (Brasilien)

weitere Autoren: Eugenijus Alisanka (Litauen), Paal-Helge Haugen (Norwegen), Ursula Krechel (Deutschland), Ted Milton (Großbritannien), Lutz Seiler (Deutschland) und James Tate (USA)

Paulo Henriques Britto | Copyright: Bel Pedrosa

Paulo Henriques Britto | Copyright: Bel Pedrosa

Paulo Henriques Britto begann bereits in den 70er-Jahren während eines Studiums in den USA, Gedichte und Songtexte zu übersetzen – aus Leidenschaft für die Rocklegenden Jim Morrison und Bob Dylan. Er zählt heute zu den renommiertesten Übersetzern Brasiliens, übertrug Werke von Byron, Wallace Stevens, Elizabeth Bishop, Thomas Pynchon und anderen. Seit seinem Werk „Macau“ von 2003 ist er einer der Kultdichter Brasiliens. Macau – die ehemalige portugiesische Kolonie in China – steht metaphorisch für die Kunst und Befindlichkeit Brittos.

Paulo Henriques Britto verbindet eine Vorliebe für Metasprache, Methodik und strenge literarische Formen mit der konkreten Poesie, während er inhaltlich der sogenannten »Generation Mimeographie« (Geração Mimeógrafo) nahesteht. Diese Schriftstellergeneration propagiert literarische Spontaneität und die Thematisierung des Alltags unter Verwendung der Umgangssprache. Sie ist – ähnlich wie die »Beat Generation« – von der Rockmusik der 60er- und 70er-Jahre, vor allem jedoch von der brasilianischen „música popular“ und deren Vertretern wie Chico Buarque, Caetano Veloso und Gilberto Gil geprägt. Der Autor, der im Jahr höchstens vier bis sechs Gedichte schreibt, veröffentlichte 1982 seinen ersten Lyrikband „Liturgia da matéria“ (Liturgie der Materie). Es folgten 1989 „Mínima lírica« (Kleinste Lyrik), 1997 „Trovar claro“ (In Klarheit dichten), dann der Band „Macau“, für den Britto 2004 mit dem Prêmio Portugal Telecom de Literatura Brasileira ausgezeichnet wurde. Nach über dreißigjähriger Entstehungszeit veröffentlichte er 2004 seinen ersten Band mit Erzählungen, „Paraísos artificiais“ (Künstliche Paradiese).


Der 1951 geborene Paulo Henriques Britto, der in seiner Geburtsstadt Rio de Janeiro lebt, lehrt dort auch Literatur, Literarische Übersetzung und Kreatives Schreiben an der Pontifícia Universidade Católica.


Eine Veranstaltung des internationalen literaturfestivals berlin im Rahmen des Projektes "Copa da Cultura - Brasilien und Deutschland 2006" in Kooperation mit dem Haus der Kulturen der Welt und dem Ministério da Cultura do Brasil.