Fr, 18. November 2016

Eines Tages

And-Ek Ghes… (Filmstill) | © Promo

And-Ek Ghes… (Filmstill) | © Promo

Filmscreening und Diskussion mit den Regisseuren Philip Scheffner und Colorado Velcu, der Kuratorin Nanna Heidenreich und der Autorin und Übersetzerin Eva Ruth Wemme

Colorado Velcu zieht mit seinen sieben Kindern aus dem rumänischen Faţa Luncii nach Berlin. In dem Film And-Ek Ghes… (D 2016, 94 min, OmU) wird er zum Regisseur seiner Geschichte. Filmemacher Philip Scheffners Vorhaben, die Ankunft der Velcus zu dokumentieren, verwandelt sich in ein ausgelassenes Familienprojekt: Kameras wandern von Hand zu Hand, die Blickwinkel vervielfältigen sich.

And-Ek Ghes… verhandelt das Recht auf die eigene Geschichte, die Kunst des Erzählens. Der Film porträtiert das Ankommen, den Alltag und die Organisationsweisen einer Familie, die über viele Grenzen verteilt lebt. Systematische Ausgrenzung und Existenzängste bestimmen diesen Alltag ebenso wie Humor und Zusammenhalt. Die Reflexion über das filmische Verfahren ist stets Teil der Inszenierung, die Grenzen zwischen Dokumentierenden und Dokumentiertem verschwimmen. Durch diese kollaborative Arbeitsweise entsteht auch der Titelsong And-Ek Ghes… (dt.: Eines Tages) mitsamt Musikvideo, das eine fiktionale Bollywood-Version Berlins imaginiert.

Über die Aufnahme und das Aufnehmen von Geschichten, über neue und alte Fäden und deren Verknüpfungen diskutieren die beiden Regisseure im Anschluss an das Screening mit Nanna Heidenreich, Kuratorin der Reihe Tonspuren, und Eva Ruth Wemme, Übersetzerin und Autorin des Buchs Meine 7000 Nachbarn, das von ihren Begegnungen mit rumänischen Roma in Berlin erzählt.