Bis Ende 2016 schließt das HKW und ist out and about – unterwegs mit Projekten in Berlin, Hamburg und München. | Mehr Infos...

Das Haus der Kulturen der Welt

Das Haus der Kulturen der Welt | © Frank Paul / A & B ants and butterflies

Das Haus der Kulturen der Welt | © Frank Paul / A & B ants and butterflies

Das Haus: ein kosmopolitischer Ort für die zeitgenössischen Künste

Das Haus der Kulturen der Welt ist ein Ort für die internationalen zeitgenössischen Künste und ein Forum für aktuelle Entwicklungen und Diskurse. In der Hauptstadt Berlin präsentiert es künstlerische Produktionen aus aller Welt unter besonderer Berücksichtigung nichteuropäischer Kulturen und Gesellschaften.
Bildende Kunst, Musik, Literatur, darstellende Künste, Film, wissenschaftliche Diskurse und digitale Medien werden zu einem in Europa einzigartigen interdisziplinären Programm verknüpft.
In einer Zeit, in der lokale und nationale Fragestellungen untrennbar mit internationalen Entwicklungen verbunden sind, bringt das Haus die Vielstimmigkeit der Welt zu Gehör und macht diese für den innergesellschaftlichen Dialog produktiv. In Zusammenarbeit mit Künstlern und Experten bietet es den Besuchern Gelegenheiten zur gemeinsamen Auseinandersetzung mit den Konflikten, Herausforderungen und Fragen unserer Zeit: Wie hängen unsere Lebensverhältnisse zusammen? In welcher Zukunft wollen wir leben? Wie können wir unsere Welt intelligenter, aber auch poetischer gestalten?

Knotenpunkt zur Welt

Im Haus vereinen sich künstlerische und soziale Beziehungen zu einem besonderen Netz, das in und über Berlin hinausreicht.
Hier können die Besucher Kunst als Praxis des Experimentierens, Infragestellens und Entdeckens erleben. Kultur ist in permanenter Veränderung begriffen und umfasst sowohl Alltags- als auch Popkulturen. Damit stellen die künstlerischen Formate einen Bezug zu den Lebenswelten der Besucher her, bieten Möglichkeiten der aktiven Teilhabe und Identifikation. Vor dem Hintergrund der Transformation in Berlin, Deutschland und Europa ermöglicht das Haus eine Verortung in einer zunehmend komplexen Welt. Aus einer internationalen Perspektive reflektiert das Haus gesellschaftliche und globale Prozesse.

Impulse setzen

Mit thematischen Ausstellungen und mit internationalen Tagungen im Frühjahr und Herbst macht das Haus künstlerische und gesellschaftliche Prozesse erfahrbar, die für unsere globale Gegenwart relevant sind. In zentralen Projekten widmet sich das HKW den Fragen künstlerischer Forschung und Wissensproduktion. Bis 2018 untersucht das Langzeitprojekt 100 JAHRE GEGENWART aktuelle gesellschaftliche Probleme im Kontext historischer Perspektiven: eine Zeitdiagnose in Diskursveranstaltungen, Essayausstellungen, Musikfestivals, künstlerischen Auftragsarbeiten und Bildungsprojekten. Das Sommer-Open-Air-Festival WASSERMUSIK verbindet Konzerte an der Spree mit Erlebnissen und Reflexionen rund ums Wasser ebenso wie zu den kulturellen Verbindungen über Ozeane und Ströme hinweg. Der jährlich ausgelobte INTERNATIONALE LITERATURPREIS lenkt die Aufmerksamkeit auf herausragende internationale Stimmen und die wichtige Vermittlungsarbeit des Übersetzens. Zahlreiche Partner- und Kooperationsveranstaltungen, wie etwa das Medienkunstfestival TRANSMEDIALE, werden im Haus präsentiert und entwickelt. Mit einem zweijährigen interdisziplinären Programm reflektierte DAS ANTHROPOZÄN-PROJEKT bis Ende 2014 die Folgerungen, die sich aus der These vom "Menschenzeitalter“ ergeben.

Für die Metropole Berlin

In der Einwanderungsmetropole Berlin bringt das Haus verschiedene gesellschaftliche Gruppen in ein Gespräch. Durch Kooperationen mit Universitäten und Initiativen vernetzt es seine internationalen Projekte mit lokalen Einrichtungen. Das Haus ist ein Forum und ein Treffpunkt für die vielen Berliner Einwohner mit engen Beziehungen zu den Kulturen der Welt. Mit dem Programm Kulturelle Bildung entwickelt es Bildungsangebote für Entdeckungslustige aller Altersgruppen und Hintergründe. Es eröffnet neue Räume des Wissens und ästhetischen Erlebens.

Seit 1989: Geschichte und Trägerschaft

1989 ist ein Jahr weltweiter politischer Umbrüche. Am 2. Januar diesen Jahres nimmt das Haus der Kulturen der Welt seine Arbeit in der Kongresshalle im Tiergarten auf. Das genreübergreifende und inhaltliche Programm der Institution ist in der Geschichte der Bundesrepublik einmalig. Das Haus beginnt Anfang der Neunziger, mit seiner Arbeit gegen Fremdenfeindlichkeit und für mehr Toleranz einzustehen. In der nächsten Phase erweitert das Haus durch die Einladung international renommierter Künstler und Kuratoren seine Reputation und verankert sich in der multikulturellen Szene der Stadt. Heute, in Zeiten der Globalisierung, steht es für einen „Rooted Cosmopolitanism“: eine Weltoffenheit, die sich der eigenen historischen und lokalen Verortung bewusst ist.
Mehr zur Geschichte des Hauses...

Das Haus der Kulturen der Welt ist seit 2002 ein Geschäftsbereich der „Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH“, einer gemeinnützigen Gesellschaft, zu der auch die Berliner Festspiele und die Internationalen Filmfestspiele Berlin gehören. Es wird aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages finanziert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und projektbezogen gefördert vom Auswärtigen Amt.

Die Architektur

Sitz und Spielstätte des Hauses ist die Kongresshalle, ein architektonisches Wahrzeichen der westlichen Moderne. Das Gebäude entstand als amerikanischer Beitrag zur Internationalen Bauausstellung INTERBAU 1957 und sollte die Freiheit des Gedankenaustauschs verkörpern. Damit war der Bau von Beginn an mit Ideen der westlichen Moderne sowie der damaligen Ost-West-Positionierung verbunden. Diese Geschichte der Moderne unterzieht das Haus mit seinen Besuchern, Künstlern und Denkern einer kontinuierlichen kritischen Revision. Denn in einer globalisierten Welt gilt es, die Geschichten der Anderen mit dem Selbstverständnis der europäischen Gesellschaften in Beziehung zu setzen und zu verhandeln.

Außerordentliche Raumstruktur

Das Programm des Hauses der Kulturen der Welt ist auf die einmalige architektonische Struktur des Gebäudes ausgerichtet: Ausstellungshalle, Konzert- und Theatersaal, Konferenzraum, Produktionsstätte für Wissen und Erlebnisse, Ausflugsziel, Architekturdenkmal, Akademie, mitten im Tiergarten und an der Spree: Das Haus ist ein Ort der unterschiedlichsten Möglichkeiten, Vielfalt ist seine Stärke. Raumübersicht...

Wissens- und Experimentierräume eröffnen

Wesentliches Anliegen des Hauses ist es, immer wieder neue Perspektiven freizulegen. So bietet es mit Lernen und Erleben ein kulturelles Bildungsprogramm für alle Altersgruppen an.
Hier kann man Kunst entdecken, Musik machen und aktuellen Fragen auf den Grund gehen. Auch das Hausradio lädt zur aktiven Teilnahme ein, es produziert in Kooperation mit Klubradio Ltd. Live-Sendungen und Podcasts. Die international vernetzte Partneriniative culturebase.net stellt das „Who is Who“ der außereuropäischen Künste und Wissenschaften als Online-Ressource zur Verfügung. www.culturebase.net präsentiert Informationen von mehr als 1.000 Personen und Gruppen aus aller Welt.
Nicht zuletzt die Publikationen des Hauses bieten ein nachhaltiges Instrument zur Wissensvermittlung: Das Haus hat in seiner 25-jährigen Geschichte rund 150 Publikationen und über 40 CD-Produktionen veröffentlicht.