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Internationaler Literaturpreis 2026: Preis für übersetzte Gegenwartsliteraturen

10.3.2026

Der diesjährigen Jury des Internationalen Literaturpreises gehören an: Joy Denalane, Maha El Hissy, Paula Fürstenberg, Hannes Langendörfer, Melody Makeda Ledwon, Cia Rinne und Senthuran Varatharajah.

Die Shortlist wird am 20. Mai bekannt gegeben. Das Fest der Shortlist und die Preisverleihung finden am 3. Juli statt. 

Zum achtzehnten Mal wird 2026 der Internationale Literaturpreis verliehen. Er zeichnet ein herausragendes Werk der internationalen Gegenwartsliteraturen und seine Erstübersetzung ins Deutsche aus. Dieser doppelte Fokus macht ihn in der deutschen Preislandschaft einzigartig. 

Der Internationale Literaturpreis konzentriert sich auf heterogene Formen zeitgenössischen Erzählens und nimmt die Beziehungen von Texten und Wirklichkeiten sowie den Dialog zwischen verschiedenen Kulturen und Sprachen in den Blick. Mit dem Fokus auf Übersetzungen verfolgt er das Ziel, nationale Kanonisierungen und begrenzte Verständnisse des Literarischen zu überwinden und damit den aktuellen Bedingungen des literarischen Schaffens in einer von vielfältigen kulturellen Verflechtungen geprägten Welt Rechnung zu tragen. 

Seit 2023 können auch deutsche Erstübersetzungen internationaler Lyrik eingereicht werden. Dotiert ist der Internationale Literaturpreis mit 35.000 Euro (20.000 Euro für Autor*in, 15.000 Euro für Übersetzer*in). 

Die Liste der bisherigen Preisträger*innen ist ein Zeugnis für den Reichtum zeitgenössischer Literatur weltweit und für die Produktivität des literarischen Übersetzens im deutschsprachigen Raum. 

Die Jury 2026

Joy Denalane ist eine Soul- und R&B-Sängerin. Sie wuchs als Tochter eines südafrikanischen Vaters und einer deutschen Mutter auf. Ihren Durchbruch hatte sie 1999 mit dem Duett Mit Dir mit der Band Freundeskreis. Mit ihrem Debütalbum Mamani (2002) verband sie Soul, R&B und südafrikanische Einflüsse mit deutschsprachigen Texten und prägte so ein neues Genre. Ihr Album Let Yourself Be Loved (2020) erschien auf Motown Records, damit wurde sie zur ersten deutschen Künstlerin auf diesem Label. Denalanes Musik verbindet ihre kulturellen Wurzeln, Identität und gesellschaftliches Bewusstsein miteinander.

Maha El Hissy ist freie Literaturwissenschaftlerin, Kuratorin und Moderatorin. Sie pendelt zwischen den Ländern und Kontinenten und lehrte Neuere deutsche Literatur in Kairo, München, London und New York. Als Kritikerin schreibt sie u.a. für Berlin Review und Deutschlandfunk Kultur. Sie ist Herausgeberin des Buches Die ganze Geschichte fasse ich an der Hand. Literatur und Kunst zur Einwanderung ins Nachkriegsdeutschland (2025). Außerdem ist sie Kuratorin der arabischsprachigen Podcast-Reihe Ne7ki (2025) und der Literaturreihe Vorzeichen (2024). El Hissy lebt und arbeitet in Berlin. 

Paula Fürstenberg ist Schriftstellerin. Sie studierte am Schweizerischen Literaturinstitut und an der Humboldt-Universität. Ihr Debüt Familie der geflügelten Tiger erschien 2016 und wurde ins Französische übersetzt. 2024 folgte ihr zweiter Roman Weltalltage. Für ihre Arbeit wurde sie mit zahlreichen Stipendien ausgezeichnet, zuletzt von der Villa Aurora in Los Angeles und dem Deutschen Literaturfonds. Sie schreibt Prosa und Essays, darüber hinaus arbeitet sie als Kuratorin, Lehrende und Herausgeberin und ist Teil verschiedener künstlerischer Kollektive. Fürstenberg lebt und arbeitet in Berlin.

Hannes Langendörfer ist Literaturübersetzer und Moderator. Er übersetzt Belletristik, Lyrik und Theater und hat unter anderem Werke von Madame Nielsen, Søren Ulrik Thomsen und Stine Pilgaard ins Deutsche übertragen. 2022 und 2023 war er Mitglied der Jury des REBEKKA-Übersetzerpreises. Langendörfer lebt und arbeitet in Berlin. 

Melody Makeda Ledwon ist Übersetzerin, Dolmetscherin und Lektorin. Sie übersetzt ins Deutsche und Englische und veröffentlichte die Co-Übersetzungen Vierhundert Seelen: Die Geschichte des Afrikanischen Amerika 1619–2019 (2024) und Angela Y. Davis: Eine Autobiographie (2023). Für ihre Übersetzung von Simoné Goldschmidt-Lechners Roman Messer, Zungen (2022) erhielt sie 2025 das Words Without Borders Momentum Stipendium; Auszüge aus dieser Übersetzung erschienen in World Literature Today und The Common. Ledwon ist Fiction Editor beim Literatur- und Kunstmagazin SAND und lebt und arbeitet in Berlin.

Cia Rinne ist Dichterin und Künstlerin. Sie studierte Philosophie und Sprachen in Frankfurt, Helsinki und Athen und ist Autorin konkreter, minimalistischer und mehrsprachiger Poesie wie sentences (2019) und l’usage du mot (2017) sowie von Libretti wie Wasting my Grammar (2024) für das Ensemble Neue Vocalsolisten. Ihre Arbeiten wurden international in Galerien und Museen ausgestellt, zuletzt 2025 im Rauma Art Museum und 2024 in der Marabouparken konsthall in Stockholm. Ihr Werk wurde mit dem Prix littéraire Bernard Heidsieck-Centre Pompidou ausgezeichnet. Sie ist 2026 Fleck-Stipendiatin am Banff Centre for Arts and Creativity. Rinne lebt und arbeitet in Berlin.

Senthuran Varatharajah studierte Philosophie, evangelische Theologie und vergleichende Religions- und Kulturwissenschaft in Marburg, Berlin und London. 2016 erschien sein erster Roman Vor der Zunahme der Zeichen. Sein zweiter Roman Rot (Hunger) wurde 2022 veröffentlicht. Varatharajahs Romane erschienen im S. Fischer Verlag und wurden vielfach ausgezeichnet. Er lebt in Berlin. 

Pressefotos: hkw.de/pressefotos

Einreichungen

Bis zum 20. Januar 2026 konnten Verlage, die internationale Literatur in deutscher Übersetzung publizieren, bis zu drei Titel vorschlagen. 71 Verlage reichten 130 Bücher ein, die aus 30 Sprachen ins Deutsche übersetzt wurden. Aus allen Einreichungen nominiert die unabhängige Jury zunächst eine Shortlist und kürt in einem zweiten Schritt das Preisduo aus Autor*in und Übersetzer*in. 

Termine

Mi., 20. Mai, Bekanntgabe der Shortlist 

Fr., 3. Juli, Fest der Shortlist und Preisverleihung im HKW 

Mehr Informationen: hkw.de/literaturpreis

Partner

Der Internationale Literaturpreis wird vom Haus der Kulturen der Welt (HKW) und der Stiftung Elementarteilchen (Hamburg) verliehen. 

 

Informationen zum Besuch

Öffnungszeiten
Mi.–Mo. 12:00–19:00
Di. geschlossen 

Aktuelle Informationen zu Besuch und Zugänglichkeit. ­

Kinderbetreuung
Das HKW bietet zu vielen Events kostenlose Kinderbetreuungsprogramme an. Weitere Informationen auf hkw.de.

Das Restaurant Weltwirtschaft ist täglich ab 12:00 Uhr geöffnet. 

 

Kontakt

Maxie Fischer
Leitung Presse und Kommunikation
Haus der Kulturen der Welt (HKW)
John-Foster-Dulles-Allee 10
10557 Berlin

­T: + 49 (0) 30 397 87 413
presse@hkw.de