Tirailleurs: Poetics, Politics, Prosthesis
Keynote Lecture von Santanu Das
Vortrag
Fr., 20.3.2026
20:30
Miriam Makeba Auditorium
Eintritt frei
Auf Englisch mit Simultanübersetzung ins Deutsche
Während der Kolonialkriege des 19. Jahrhunderts und später im Verlauf der beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts wurden hunderttausende Männer und Frauen aus Asien, Afrika, der Karibik und dem Pazifikraum an die Schauplätze imperialer Konflikte in Europa und in Regionen in China, Ägypten, Mesopotamien und Südafrika geschickt. Heute bewegen sich ihre Geschichten im Niemandsland zwischen eurozentrischen Kriegsdarstellungen und nationalistisch geprägter Geschichtsschreibung. Der Vortrag von Santanu Das verfolgt zwei Ziele: Erstens soll untersucht werden, wie sich über eine gemeinsame „koloniale“ Kriegserfahrung sprechen lässt, ohne die Besonderheiten oder die Komplexität individueller Geschichten außer Acht zu lassen. Zweitens möchte er diskutieren, auf welche Weise die Erfahrungen dieser Männer und Frauen für uns heute Relevanz beanspruchen, und welche Rolle Kunstwerke bei der Auseinandersetzung mit derart vertrackten Vergangenheiten spielen können. Ausgehend vom Ersten Weltkrieg befasst sich der Vortrag mit Artefakten aus den Schützengräben, Fotografien, Gemälden, Tonaufnahmen, Literatur und zeitgenössischen Kunstwerken, um zu ergründen, wie ein „Erfahrungsarchiv“ aufgebaut werden kann, um jenen kolonisierten Soldaten zu gedenken, ohne den Krieg selbst zu verherrlichen.