Im Rahmen ihrer interdisziplinären Praxis, die sich kritisch mit den Überschneidungen von Politik, Geschlecht, Erinnerung, Raum und Geschichte auseinandersetzt, nutzt Mónica de Miranda Zeichnungen, Installationen, Fotografien, Filme und Tonaufnahmen, um die Grenzen zwischen Dokumentation und Fiktion neu zu definieren. The Spell Stone (2026) ist eine mehrkanalige Videoinstallation über Freiheitskämpfer*innen an vorderster Front des bewaffneten Kampfes Angolas gegen die portugiesische Kolonialmacht. Die Installation nimmt Bezug auf den schwarzen Stern, Symbol für die Freiheit und Einheit Afrikas. Die Protagonist*innen sprechen über die Arbeit und die Standhaftigkeit, die erforderlich sind, um eine Kolonialmacht zu zerschlagen, koloniale Hierarchien infrage zu stellen und eine Bewegung am Leben zu erhalten. Miranda stellt die subjektive Dimension dessen in den Vordergrund, was oft abstrakt unter allgemeinen Begriffen wie „Bewegung“ und „Kampf“ zusammengefasst wird. Begriffe wie diese vermögen oftmals die sehr persönlichen Dimensionen solch großer Investitionen in die ungewisse Zukunft neu entstehender Nationalstaaten nicht zu erfassen. The Spell Stone steht in Dialog mit Amílcar Cabrals Arbeit über die Rolle und Bedeutung der kulturellen Wiederaneignung von umfassenden Befreiungsbestrebungen, die über die koloniale Staatlichkeit hinausgehen. Zugleich bezieht es sich auf Achille Mbembes Vorstellung von terrestrischen Gemeinschaften, die sich auf die Kultivierung einer Gemeinschaft stützen, die von Relationalität, verkörperter Existenz und fürsorglichen Bindungen geprägt ist. 

Produziert von Mónica de Miranda und dem Haus der Kulturen der Welt (HKW), 2026

Werk in der Ausstellung: The Spell Stone (2026), 4-Kanal-Videoinstallation, Video, Holz, Maße variabel, Portugiesisch mit engl./dt. UT. Courtesy Jahmek Contemporary Art/Kintop