Moonlight Benjamin | Bab L' Bluz
Konzerte
19:00–20:15 Moonlight Benjamin
20:45–22:00 Bab L' Bluz
22:00–00:00 DJ-Set Kawtar Sadik (Magnus Hirschfeld Bar)
Sa., 11.7.2026
19:00–00:00
Paulette Nardal Terrasse
24€ / ermäßigt 20€

Bab L' Bluz. Foto: Karim Chater
Moonlight Benjamin
Die Sängerin Moonlight Benjamin bringt Vodou, Rock und Punk zusammen wie keine andere. Dunkel, etwas rau und fordernd ist ihre Stimme. Schnell, rhythmisch, rebellisch sind ihre Songs, die Attitüde streng und kraftvoll. Sie liefert einen hervorragenden Beleg für die Verwandtschaft von Gnawa und Vodou, rhythmisch und spirituell. Moonlight Benjamin gräbt nach den Wurzeln des Rock und findet sie im Blues und in Westafrika. Deutlich beeinflusst durch die große Oumou Sangaré und die treibenden Gitarren des Rock der 1970er Jahre stellt sie Forderungen nach Freiheit und Respekt mit ihrer schamanisch anmutenden Bühnenpräsenz. Ihre Karriere startete 2018 mit dem aufregenden Debütalbum Siltane, das sofort aufhorchen ließ, 2020 gefolgt vom ebenso explosiven Simido. Ihr neues Album Wayobeschreibt sie selbst als „Schmerzensschrei“, es geht noch immer um Haiti, ihre geplagte Heimat, aber von da aus auch um die Welt und um philosophische Fragen. Geboren in eine Vodou-praktizierende Familie in Port au Prince, verbrachte sie ihre Kindheit in einem katholischen Waisenhaus, nachdem ihre Mutter im Kindbett gestorben war. Dort lernte sie den Gospelgesang kennen und schätzen, und erst als Teenager kehrte sie zu ihren Wurzeln zurück, bevor sie 2002 von Haiti nach Frankreich zog. Während auf ihrem Debütalbum noch traditionelle Trommeln und -Gesang dominierten, wurde das Instrumentarium von Album zu Album rockiger, aber sie singt noch immer in haitianischem Creole, energisch und fordernd.
Bab L' Bluz
Hat Asmaa Hamzaoui am Vorabend das Guembri an seinen rituellen Ort zurückgeholt, so schließt Yousra Mansour es an diesem Abend an den Verstärker an und schickt es in den psychedelischen Rock des 21. Jahrhunderts. Bab L' Bluz – „Das Tor des Blues“ – ist die marokkanisch-französische Band, an der gerade niemand vorbeikommt, der hören will, was in Marokko musikalisch passiert. Gegründet 2018 in Marrakech aus der Begegnung der charismatischen SängerinYousra Mansour aus El Jadida und des Gitarristen und Produzenten Brice Bottin, hat die Formation als Quartett mit Flöte und Schlagzeug einen Klang erschaffen, der nirgendwo anders entstehen konnte als an Marokkos Atlantikküste. Mansour spielt eine elektrische Awisha, die kleinere Schwester des Guembri, Bottin den elektrifizierten Guembri selbst – und was darauf entsteht, lässt sich nicht auf eine einzelne Schublade festlegen: Gnawa-Trance, Hassani-Lieder aus dem Süden, Amazigh-Rhythmen und Reggada, Chaâbi, subsaharische Spuren, dazu Funk, Afrobeat und ein satter, hypnotischer Rock im Geiste der späten Sechziger und Siebziger Jahre. Mansour, in El Jadida groß geworden mit der Stimme von Fairouz, den Gnawa-Klängen aus dem nahen Essaouira und den Stimmen von Janis Joplin, Oumou Sangaré und Erykah Badu, singt ausschließlich in Darija, dem marokkanischen Arabisch – Texte über Freiheit, gegen Korruption, für die Möglichkeit eines anderen Lebens. Ihr gefeiertes Debütalbum Nayda! (2020), benannt nach jener marokkanischen Jugendkulturbewegung, die sich für eine kreative Wiederaneignung des lokalen Erbes einsetzt, erschien auf Peter Gabriels Real World Records; 2021 erhielt die Band den Songlines Music Award in der KategorieFusion, 2024 folgte das zweite Album Swaken als „ancient-to-future music“. Im Rahmen der zwei den Frauen in der Gnawa-Kultur gewidmeten Festivaltage ist Bab L' Bluz das Hochfrequenz-Pendant zum konzentrierten Ritual des Vorabends: dort die Maâlma am Guembri zwischen Casablanca und Lila, hier eine Doukkalia mit elektrischer Awisha zwischen El Jadida und Real World – zwei Antworten auf dieselbe Frage, was es heißt, eine weibliche Stimme in einer Tradition zu sein, die so lange nur männliche Stimmen zulassen wollte.