Asmaa Hamzaoui & Bnat Timbouktou
Konzert
Fr., 10.7.2026
19:30–21:00
Paulette Nardal Terrasse
20€ / ermäßigt 18€

Asmaa Hamzaoui & Bnat Timbouktou. Foto: Lais Pereira
Das Guembri haben jahrhundertelang nur die Hände männlicher Maalems berührt – bis Asmaa Hamzaoui kam. Mit ihrem Konzert eröffnet sie zwei Festivaltage, die den Frauen in der Gnawa-Kultur gewidmet sind. In einem rituellen Universum, in dem Frauen seit jeher die zentrale Rolle der Mqaddma innehatten – jener Heilerinnen, die die Lila vorbereiten, die Trance leiten und die Verbindung zu den Geistern halten –, war das Spielen der dreisaitigen Spießlaute selbst stets Männern vorbehalten. Dieses ungeschriebene, aber eiserne Gesetz hat eine 1998 in Casablanca geborene Maâlma außer Kraft gesetzt. Asmaa Hamzaoui ist die Tochter des Maalem Rachid Hamzaoui, eines geachteten Mitglieds der Casablancaer Bruderschaft, und einer saharauischen Tänzerin. Beide Linien, die mütterliche aus dem äußersten Süden Marokkos, die väterliche aus der traditionsreichsten Schule der Tagnaouite, sind in ihrer Person vereint. Zum Bruch mit der Konvention kommt es, als ihr Vater begann, ihr mit sieben Jahren das Guembri beizubringen; mit zwölf nahm er sie mit auf Tour und übergab ihr schließlich sein eigenes Instrument, das er selbst einst von seinem Meister geerbt hatte. 2012, mit vierzehn, gründete sie Bnat Timbouktou (Die Töchter von Timbuktu), gemeinsam mit ihrer Schwester Aicha und ihrer Kindheitsfreundin Soukaina Elmeliji. Ihr Auftritt beim Gnaoua Festival in Essaouira 2017 war ein tabubrechender Augenblick, der sich als historisch herausstellen sollte; 2019 folgte das international gefeierte Debütalbum Oulad Lghaba (Kinder des Waldes) auf dem schwedischen Label Ajabu! Records, 2024 dessen Nachfolger L’bnat, dazwischen Konzerte von New York bis WOMEX Tampere und eine Begegnung mit Fatoumata Diawara. Der Bandname ist Programm: Bnat Timbouktou erinnert an jene Stadt, von der aus die transsaharische Verschleppung einst marokkanischen Boden erreichte – und benennt zugleich die Töchter eines Erbes, das ihnen lange verwehrt blieb, sie aber nie verlassen hat. Wer sie heute auf der Bühne erlebt, hört nicht nur eine Musik, sondern eine Korrektur: das Wiederfinden einer weiblichen Stimme im Zentrum eines Rituals, in dem sie immer schon zu Hause war.