Dieses Gespräch bringt drei Autor*innen zusammen, deren Werk sich aus Erfahrungen von Brüchen, Vertreibung und einem Leben zwischen verschiedenen Orten, Sprachen und politischen Realitäten speist. Jina Khayyer, Widad Nabi und Elnathan John reflektieren darüber, was es bedeutet, zu schreiben, wenn die Zukunft ungewiss ist und das eigene Zugehörigkeitsgefühl nur vorläufig bleibt. Jede*r von ihnen nähert sich dieser Situation aus einem anderen Blickwinkel: Khayyers Werk bewegt sich zwischen Erinnerung, Erbe und politischem Aufbruch, am anschaulichsten in ihrem Roman Im Herzen der Katze (Suhrkamp Verlag, 2025), in dem sich persönliche Geschichte mit den Protesten von 2022 im Iran und dem Schicksal von Frauen verflechtet, deren Leben von Exil und Widerstand geprägt ist. Nabi schreibt aus der gelebten Erfahrung des syrischen Exils: In Gedichtsammlungen wie Unsichtbare Brüche (Sujet Verlag, 2022) und Kurz vor dreißig … küss mich (Sujet Verlag, 2019) bündelt ihre Poesie Fragmente von Krieg, Sprache und Vertreibung zu einer Stimme, die trotz aller Brüche auf ihrer Eigenständigkeit beharrt. Johns Werke spielen im heutigen Nigeria und oszillieren zwischen Fiktion und Satire. Sein Roman Born on a Tuesday (Grove Atlantic, 2016) folgt den Spuren eines von religiöser und politischer Gewalt geprägten Lebens, während Be(com)ing Nigerian (Durnell Central, 2019) die Absurditäten und Widersprüche des Alltags mit scharfer Zunge und einem aufrüttelnden Humor entlarvt.